Wohnen: 6000-Dollar-Haus für Entwicklungsländer

Wohnen: 6000-Dollar-Haus für Entwicklungsländer

von Jürgen Klöckner

Architekt Doug Sharp baut eigentlich Luxusvillen - jetzt hat er ein 6000 Dollar Haus für afrikanische Slums entworfen. Es ist ein echtes Platzwunder.

Eigentlich entwirft der Architekt Doug Sharp prunkvolle Villen mit Schwimmbad, Cocktailbar und Marmorfußboden. Als er aber nach Afrika reiste und ein Slum besuchte, sah er das komplette Gegenteil seiner Luxushäuser: der Boden aus Schmutz, das Dach nicht dicht und Licht spendete nur die Sonne, die aber nur sporadisch durch das Wellblech drang. Laut Weltbank leben 640 Millionen Menschen in solchen Verhältnissen, die wegen mangelnder Hygiene Millionen Menschen das Leben kosten.

Doug Sharp will das ändern. 2006 setzte er sich mit seinen Kollegen des Architekturbüros BSB Design für ein Projekt zusammen, das nichts mit den teuren Luxusbauten gemein hatte. Nicht für die Oberschicht der USA wollte er ein Haus entwerfen, sondern für die Slumbewohner Afrikas. Stabil sollte es sein, aus leichten Materialen bestehen und von einer Familie in nur einem Tag aufgestellt werden können. 

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Daraus ist Abod Shelters geworden, ein beachtenswertes Projekt von Sharp und seinen Kollegen. Die Häuser sehen aus wie ein größeres Campingzelt, können allerdings eine ganze Familie unterbringen. Die Hauswand ist aus gewelltem, stabilem Plastik, das auch lichtdurchlässig ist - in Gegenden ohne Strom bleibt es so also zumindest tagsüber in der Hütte hell.

Und sie ist ein kleines Platzwunder: Auf rund 16 Quadratmetern hat Sharp eine Dusche, eine Toilette, Hochbetten und eine Kochstelle untergebracht. Ein Schreibtisch passt theoretisch auch noch in die Box. Sie soll nicht nur in Entwicklungsländern stehen, sondern auch beispielsweise in den USA. Dort könnte die Box zum Einsatz kommen, wenn ein Erdbeben, Hurricane oder Tsunami ganze Wohngebiete zerstört.

"Stadt in der Box"Bis zu 6.000 Dollar kostet die Hütte inklusive Transport. Sie soll allerdings auch 30 Jahre lang halten. Dennoch ist sie damit ein kleiner Luxus für afrikanische Einkommen, der aber, glaubt man Sharp, schon in einem Jahr hunderte Male um die Welt gehen soll.

Die Idee von Sharp ist nicht neu - eine ähnliche hatten auch die Brüder Eldon und Bruce Leep. Auch sie haben eine günstige Einraumhütte gebaut, die sie HabiHut nennen und gehen mit ihr sogar einen Schritt weiter. Die US-Designer träumen von einer „Stadt in der Box“. Sie soll in einem Camp  der kenianischen Stadt Gilgil für 50 Familien entstehen und insgesamt 200.000 Dollar kosten.

Dafür haben die Brüder nicht nur Wohnhäuser entworfen, sondern auch Anlagen für sauberes Wasser, Sanitäranlagen und eine Energieversorgung über Solarpanels.

Noch allerdings suchen die Leeps nach Geldgebern. Ein kleineres Projekt ist den beiden allerdings schon gelungen. Aber sehen Sie selbst:

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