Wohnen im Schiffscontainer: Fünf ausgefallene Ideen für Mini-Häuser

Wohnen im Schiffscontainer: Fünf ausgefallene Ideen für Mini-Häuser

von Nora Marie Zaremba

Schiffscontainer, Wassertanks, Waldhütten: Wie Anhänger der Mini-Haus-Bewegung den Traum vom eigenen Heim leben.

Freiwillig in winzigen Häusern wohnen - in den USA liegt das im Trend. Die sogenannte "Tiny-House-Bewegung" zählt dort mehrere tausend Anhänger.

Dahinter steckt eine Philosophie: Wer in Mini-Häusern lebt, möchte nicht nur Geld sparen, sondern der Umwelt zuliebe mit weniger auskommen. Auch das Selbermachen ist für die Kleinhäusler wichtig. Ob sie ihre Behausung nun als fertiges Do-it-yourself-Paket im Internet bestellen oder eigenständig bauen, ist dabei Nebensache.

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Wir stellen fünf besonders kreative Ideen aus der Mini-Haus-Szene vor:

1. Leben im Schiffscontainer

Dieses edle Minihaus war ursprünglich ein Schiffscontainer, der Bananen und andere Güter über die Meere transportierte. Der Entwurf stammt von der Architektenfirma Bonnifait und Giesen mit Sitz in Neuseeland. Auf 20 Quadratmetern bietet der Container Platz für eine ganze Familie. Schlafecke, Küche und Bad sind vorhanden. Zudem sorgen Solarpanele auf dem Dach dafür, dass sich das Haus selbst mit Strom versorgen kann.

Das Container-Haus ist stapelbar und lässt sich leicht transportieren. Somit sind seine Bewohner flexibel, wenn es um den geeigneten Wohnort geht. Aus Stahl gebaut, trotzt es außerdem Wind, Feuchtigkeit und Salz und kann somit am Meer oder in den Bergen stehen.

Noch handelt es sich um einen Prototypen. Was das Haus kosten wird, möchten die Architekten noch nicht verraten. Wer nicht warten will und ohnehin lieber selbst bauen möchte, dem sei gesagt: Ein Standard-Container ist schon ab 1.000 Euro zu haben.

2. Ein Postauto zum Wohnen

Ganz in knallgelb und auf Rädern erinnert dieses Exemplar mit dem verrückten Namen "Taku-Tank" eher an ein Postauto als an ein Wohnhaus. Nach Angaben der New Yorker Architektenfirma Stereotank, die das Haus gebaut hat, finden darin zwei Personen bequem Platz zum Sitzen und Schlafen. Mit gerade einmal vier Metern Länge und etwas über einem Meter Breite, verfügt "Taku Tank" aber weder über Küche noch Bad.

Dafür wiegt es gerade einmal etwas mehr als 200 Kilogramm und kann sogar auf dem Wasser schwimmen. Denn das rollende Haus besteht aus zwei 3.000-Liter-Plastik-Wassertanks, die ein Holzring in der Mitte zusammenhält. Die Solarpanele auf dem Dach versorgen die LED-Leuchten im Inneren mit Strom.

Auch hierbei handelt es sich noch um einen Prototypen. Doch schon bald soll "Taku-Tank" im Internet zu kaufen sein - für umgerechnet etwas über 7.000 Euro.

3. Das Wald-Haus

Seit einigen Jahren wohnt der US-Amerikaner Dave Herrle samt Frau und Hund im Wald - im eigens gebauten kleinen Holzhaus. Initialzündung für diesen Lebensentwurf war eine Sinnkrise des damals 27-Jährigen. Daraufhin verbrachte er mehrere Wochen im Wald. Nach der Rückkehr schien die Sache dann sonnenklar: Herrle kündigte seinen Bürojob und machte eine Tischlerlehre. Nun baut er kleine Häuser, die sich perfekt für ein Leben im Wald eignen. Sie sind aus unbehandeltem Holz gebaut, verfügen über eine Kompost-Toilette und eine eigene Dusche.

Auf knapp unter 16 Quadratmetern Wohnfläche finden zudem eine Küche und ein Bettlager Platz. Herrle vertreibt die Häuser über seine Facebookseite für 5.000 Euro das Stück. Wer bei der Bestellung noch Tipps fürs Waldleben braucht, kann den Erfinder  gleich danach fragen.

4. Kleine Häuser im großen Loft

"Cabin in a loft" - zu deutsch Hütte auf dem Dachboden - heißt die Erfindung der Architekten Adam Frezza und Terri Chiao. Sie haben einfach drei Mini-Häuser in einem rund 100 Quadratmeter großen Loft im New Yorker Stadtteil Brooklyn gebaut. Diese vermieten sie nun vorzugsweise an Touristen. Umgerechnet 100 Euro kostet eine Nacht pro Person, ein gesundes Frühstück ist im Preis enthalten.

Frezza und Chiao möchten ihre Idee nun im großen Stil vermarkten. Denn Wohnraum ist teuer in New York. Und die kleinen Häuser seien eine elegantere Lösung, als den Wohnraum einfach durch Wände zu teilen, so die beiden Architekten.

5. Der Professor, der im Müllcontainer lebt

Der US-Amerikaner Jeff Wilson, Professor für Umweltwissenschaften an der Universität von Austin, startete vor einiger Zeit sein ganz persönliches Experiment: Ein Jahr lang nachhaltig leben. Dafür ist er nicht nur Vegetarier geworden und hat sein Auto verkauft. Er ist auch umgezogen - in einen Müllcontainer.

Den hat ihm der örtliche Abfalldienst für umgerechnet rund 800 Euro verkauft. Wilson hat noch eine Tür eingebaut und den drei Quadratmeter großen Innenraum mit dem Nötigsten zum Leben ausgestattet. Weit über Austin hinaus ist Wilson nun als "Professor Dumpster" bekannt. Auf seiner Tour durch verschiedene Städte berichtet er von seinen Erfahrungen.

Das Leben im Mülleimer gefällt Wilson so gut, dass er eigentlich nicht wieder in ein richtiges Haus ziehen möchte. Im Gegenteil: Er plant den "Über-Dumpster", der mit LED-Lampen und Solarpanelen ausgestattet sein soll. Die Anleitung will der Lebenskünstler dann frei zum Download anbieten.

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