News: Delegierte erreichen nur Minimalkonsens bei UN-Klimakonferenz

News: Delegierte erreichen nur Minimalkonsens bei UN-Klimakonferenz

von Anna Gauto

Energiekosten sind im November massiv gesunken, Sturmtief beschert Deutschland Windkraftrekord und weitere Meldungen.

UN-Klimagipfel: Am Sonntag endete der UN-Klimagipfel in Lima mit einem Minimalkonsens.

Worum geht es?Das übergreifende Ziel ist es, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Nach Studien des Weltklimarates müssten die Emissionen dafür weltweit um 40 bis 70 Prozent bis 2050 reduziert werden, und auf nahe null bis Ende des Jahrhunderts. Nach tagelangen Verhandlungen hat sich die UN-Klimakonferenz auf erste Grundzüge für einen Weltklimavertrag verständigt, der 2020 in Kraft treten soll.

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Was wurde in Lima erreicht?Ein Minimalkonsens: Der in Lima erzielte Beschluss definiert sehr vage Kriterien für die Ziele zur CO2-Minderung. Die Staaten sollen möglichst bis März 2015 Einsparungsziele darlegen und Klimaschutz-Maßnahmen vorschlagen. Ziele dürfen von den Staaten individuell festgelegt werden. Außerdem soll bei den CO2-Einsparungen ein transparenter Vergleich ermöglicht und ein Kontrollmechanismus etabliert werden. Zwar erwähnt der Beschluss die Forderung der Entwicklung- und Schwellenländer nach einer Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel. Konkrete Verpflichtungen werden daraus aber nicht abgeleitet.

Was war noch wichtig?Ein Hauptstreitpunkt auf dem Klimagipfel war die Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen (welche Möglichkeiten es gibt, haben wir hier vorgestellt). Die Entwicklungsländer warfen den reichen Industrienationen vor, sich aus der Verantwortung für die Kosten der von ihnen verursachten Schäden stehlen zu wollen. Besonders vom Klimawandel betroffene ärmere Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika verlangten konkrete Hilfszusagen, die allerdings ausblieben. Umstritten waren die Dauer der Verpflichtungen, die Methoden bei der Berechnung von Emissionen und der Zeitpunkt, auf den sich deren künftige Reduktion beziehen soll.

Zuvor hatte sogar ein vollständiges Scheitern des Gipfels gedroht. China blockierte im Namen von Schwellen- und Entwicklungsländern einen von den USA und der EU befürworteten Kompromiss. Den ärmeren Ländern werde zu viel abverlangt, hatte Vize-Außenminister Liu Zhenmin erklärt. Die Industriestaaten wollten, dass auch Indien und China verbindliche Zusagen machen.

Wie geht es weiter?Dem in Lima erzielten Abkommen zufolge müssen Regierungen bis zu einer informellen Frist am 31. März Programme zur Reduzierung der Treibhausgase vorlegen, die dann bis zur nächsten großen Klimakonferenz im November in Paris durch das UN-Klimasekretariat zu einem Paket geschnürt werden sollen. In Paris soll dann ein gemeinsames Vorgehen beschlossen werden, das erstmals allen Ländern Verpflichtungen auferlegt. Das Kyoto-Protokoll von 1997 verpflichtete nur die Industriestaaten zur Reduktion klimaschädigender Gase. Nach Einschätzung des UN-Klimasekretariats werden aber auch die zusammengefassten Reduktions-Zusagen der einzelnen Länder nicht ausreichen, um das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Stand zu begrenzen.

Was sind erste Reaktionen?Während sich die Bundesregierung und die Europäische Union zufrieden mit dem Ergebnis zeigten, sprachen Umweltverbände von einem "gefährlich schwachen Text". Sie kritisierten, dass der Kompromiss von Lima den Zweifel wecke, dass in Paris die notwendigen Entscheidungen getroffen werden könnten.

(Die Zeit, Euractiv, mdr, Wallstreet Journal, Reuters)

Energiekosten: Der Absturz des Ölpreises hat die Energiekosten für Deutschlands Verbraucher im November massiv sinken lassen. Gegenüber Oktober verbilligten sich die durchschnittlichen Preise für Energie um 1,1 Prozent, heißt es im aktuellen Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation, der Montagmittag veröffentlicht werden soll. Demnach mussten die deutschen Konsumenten so wenig für Energie zahlen wie zuletzt im Dezember 2011. (Der Spiegel)

Windkraft: Das Sturmtief Billie hat Deutschland einen Windkraftrekord beschert: Noch nie wurde hierzulande an einem Tag so viel Windstrom erzeugt wie am Freitag. (Badische Zeitung)

Bangladesch: Der Klimawandel werde in Bangladesch, das besonders vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist, zu Terrorismus und Auswanderungswellen führen. Das befürchtet jedenfalls ein ehemaliger Regierungsberater. (Telegraph)

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