News: Erneuerbaren-Rekord im Mai?

News: Erneuerbaren-Rekord im Mai?

von Peter Vollmer

Deutschland hat über Pfingsten seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen können.

Noch kein Grund zum Jubeln, aber dennoch eine spannende Zahl: Am Pfingstsonntag hat Deutschland für kurze Zeit erstmals 100 Prozent* seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewinnen können.

So sieht es zumindest derzeit aus - die Zahlen des Thinktanks Agora Energiewende können sich noch ändern, denn nicht alle Daten werden in Echtzeit erhoben. So geschehen am vergangenen Wochenende, wo es zunächst nach einem Erneuerbaren-Anteil von 95 Prozent aussah, die Zahl dann aber auf 88 Prozent korrigiert wurde.

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Anders als am vergangenen Wochenende war die Komplettversorgung durch Erneuerbare aber keine Momentaufnahme, sondern dürfte über rund eine Stunde angehalten haben. Bei einem niedrigen Gesamtstromverbrauch in Deutschland (46 bzw. 47 Gigawatt zwischen 14 und 15 Uhr) und günstigen Wetterverhältnissen (insbesondere beim Wind) wären fossile Kraftwerke nicht mehr nötig gewesen - wenn sie nicht am Abend wieder rund 20 Gigawatt hätten liefern müssen.

Das Problem: Braunkohle- und Atomkraftwerke können nicht so schnell hoch- und runterregeln, dass sie exakt die Erzeugung von sauber produziertem Erneuerbaren-Strom auffangen können. Dieser hat aber Vorrang - so dass es insbesondere an windigen Wochenenden schon mal zu einer Strom-Überproduktion kommt. Deshalb sank der Strompreis am Pfingstsonntag auch kurzzeitig auf minus 35 Euro pro Megawattstunde - wer Strom loswerden wollte, musste also draufzahlen.

Das ist im Vergleich zu vergangenen Überproduktionsphasen nicht viel - und zeigt laut Experten auch, wie gut die Netzbetreiber mittlerweile auf solche Spitzen reagieren können. Da derzeit weder die unflexiblen fossilen Kraftwerke noch die volatilen Erneuerbaren Strom bedarfsgerecht produzieren können, sind - neben Speichern und flexiblen Kraftwerken, die etwa mit Gas laufen - nämlich vor allem die Netzbetreiber gefragt, die steuernd eingreifen müssen.

*Update vom 17. 5.: Das sogenannte Agorameter spuckt nun doch etwas andere Zahlen aus - nicht bei der Stromproduktion durch erneuerbare Energien, sondern beim Verbrauch, der mit rund 57 Gigawatt deutlich höher lag als zunächst angenommen. Die 100 Prozent dürften damit, wenn sich die Zahlen nicht noch einmal ändern, nicht erreicht sein. Ob es sich damit überhaupt noch um einen Rekord handelt, tragen wir im Laufe des Tages nach.

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