News: Kontroverse Diskussion um den Klimavertrag

News: Kontroverse Diskussion um den Klimavertrag

Die deutschen Medien diskutieren kontrovers über den Klimavertrag - unsere Presseschau fasst zusammen.

Für unsere grüne Presseschau gibt es am Montag nur ein Thema: Die Beschlüsse der UN-Klimakonferenz von Paris. Nahezu alle Medien beschäftigen sich mit dem Vertrag, zum Teil aus sehr unterschiedlicher Perspektive.

Für die FAZ ist vor allem ein Minimalkonsens entstanden: "Das Problem des 'Abkommens von Paris' sind nicht seine hochfliegenden Ambitionen, es sind die fehlenden Instrumente, diese durchzusetzen." Die Sprache sei zu weich, die faire Verteilung der Kosten bleibe "nur ein Traum, solange selbst große Schwellenländer oder reiche Golfmonarchien keinen Cent für internationale Klimaschutzprojekte beisteuern müssen und die finanzielle Last allein den alten Industriestaaten aufgebürdet wird."

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Deutlich weniger pessimistisch zeigt sich Spiegel Online: "In Paris ist Geschichte geschrieben worden", und das bedeute nicht weniger als "den Beginn einer neuen Weltordnung." Klingt epochal, trotzdem wisse man auch: "Ozeanversauerung durch das CO2, Meeresspiegelanstieg durch tauende Gletscher und Eisschelfe - all das wird auf lange Sicht weitergehen."

Das Handelsblatt wirft einen Blick darauf, dass die einzelnen Staaten alle fünf Jahre Rechenschaft für ihre Energiepolitik ablegen müssen: "Das, hoffen viele, sollte Antrieb genug sein für entschlossenes und ambitioniertes Handeln. Sanktionen sind nicht vorgesehen, eine nationale oder gar internationale Klimapolizei gibt es nicht. Aber kein Land, so die Erwartung, steht gern in der Weltöffentlichkeit und muss sich bei einem für die Gesellschaft so immens wichtigen Thema rechtfertigen."

Dazu äußerte sich auch der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin von den Grünen im Deutschlandfunk. Er sprach sich für den gewählten Ansatz aus, bei dem "die Staaten erst mal eigene Beiträge erbringen, diese zu sammeln, dann zu schauen, was kommt dabei heraus, was müssten wir eigentlich tun, und diesen Mechanismus zu installieren." Damit basiere das Abkommen zwar immer noch auf freiwillige Beiträge, doch er "glaube, die politische Bindungswirkung dieses Abkommens ist höher, als viele jetzt vermuten."

Darin sieht auch die Welt "ein Zeichen nicht der Schwäche, sondern der Reife." Von oben herab sei keine Klima-Konferenz zu machen. Paris hingegen sei "großes Kino, ein Cannes des CO₂" gewesen.

Ein Einblick von außen, wie die taz bemerkt: "Eine Reportage von vor Ort wäre für die Welt aber ohnehin nicht möglich gewesen. Das überregionale Blatt aus Deutschlands größtem Zeitungsverlag hatte darauf verzichtet, einen Redakteur zur Klimakonferenz zu schicken". Auch anderen Medien wirft die Tageszeitung vor, aus dem Klimavertrag nur eine Randnotiz gemacht zu haben, nicht zuletzt den Fernsehsendern. "Wer sich wirklich für den Gipfel interessierte, verbrachte den Samstag vermutlich ohnehin nicht vor dem Fernseher, sondern auf Twitter."

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