Presseschau: Daimler und VW drohen weitere Klagen im Abgas-Skandal

Presseschau: Daimler und VW drohen weitere Klagen im Abgas-Skandal

von Peter Vollmer

In den USA und Deutschland drohen jetzt auch Daimler Klagen.

Nun könnten Abgase für Daimler zum Problem werden - verschiedene Tests hatten auf der Straße Stickoxid-Grenzwertüberschreitungen mancher Modelle festgestellt.

Für die Deutsche Umwelthilfe waren diese Testergebnisse ein Grund, Daimler zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufzufordern - das lehnte der Konzern jedoch ab, drohte selbst wiederum mit einer einstweiligen Verfügung. In der taz warnt Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch vor dem "dreisten Versuch, einen Verband von seiner Arbeit abzuhalten."

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Gegenüber der tageszeitung gab Daimler sogar zu, einen Abschaltmechanismus zu benutzen, allerdings nur, um den Motor zu schonen. Nur greift dieser bereits bei zehn Grad - für Resch ist dieser Schutz daher nicht mehr als eine Ausrede. Deshalb wolle die Umwelthilfe klagen und gab heute bereits in einer Pressemeldung bekannt, Daimler für bestimmte Werbeaussagen zur Verantwortung ziehen zu wollen.

Der "geringe Schadstoffausstoß" der Dieselmotoren, weil - so das Werbeversprechen - "eine komplexe Katalysatortechnologie die Stickoxide deutlich reduziert", sei eine Täuschung. Dass "die Stickoxid-Emissionen durch das hochmoderne Abgasbehandlungskonzept BlueTEC um bis zu 90 Prozent auf ein Minimum reduziert werden", ebenfalls. Diese solle der Autobauer künftig nicht mehr äußern.

Massenklage in den USA geplantAuch in den Staaten droht Ungemach: Die Anwaltsfirma Hagens Berman sucht Mercedes-Fahrer für eine Massenklage. Die Kanzlei ist auf Klagen gegen Autokonzerne spezialisiert; sie war auch die erste, die VW verklagte, berichtet die FAZ.

Deshalb erfolgte auch eine Nachfrage der US-Umweltbehörde. Die EPA wirft Daimler bisher auch keine Manipulationen vor, es sei zudem nicht ungewöhnlich, dass die US-Umweltbehörde nach Bekanntwerden einer Zivilklage Daten einfordert, schreibt die Wirtschaftswoche. Daimler gibt an, mit der EPA zusammenzuarbeiten - die Autos würden aber allen Vorschriften und Normen entsprechen.

Der Konkurrent Volkswagen steht nach einem Einsatz von Manipulationssoftware zwar schon länger im Visier der Ermittler, aber auch hier ist die Schuldfrage noch nicht komplett geklärt. Nun konnte ein Brief Licht ins Dunkel bringen, der an Martin Winterkorn adressiert war.

Er beweist, dass der EX-VW-Chef spätestens an diesem Punkt über die Manipulationen im Bilde war, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Börsenaufsicht Bafin prüfe nun, ob Volkswagen seine Anleger richtig und rechtzeitig über die Risiken der Steuersoftware informiert hat.

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