Presseschau: Nach Doha-Konferenz - Ölpreise bleiben weiter niedrig

Presseschau: Nach Doha-Konferenz - Ölpreise bleiben weiter niedrig

von Peter Vollmer

In Doha, Katar, haben wichtige Ölförderstaaten verhandelt, um die Ölpreise zu stabilisieren - das ist misslungen.

Angesichts der niedrigen Ölpreise haben wichtige Förderländer im Golfemirat Katar um Gegenmaßnahmen verhandelt - ohne Ergebnis. Das Treffen in Doha, der Hauptstadt Katars, wurde am Sonntag ohne Ergebnis abgebrochen, berichtet die WiWo.

Anscheinend stelle sich Saudi-Arabien einer Produktionskürzung entgegen. Die Ölpreise sackten dadurch, nachdem sie im Vorfeld der Verhandlungen deutlich gestiegen waren, wieder ab. Sowohl die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee als auch US-Öl WTI verloren im frühen Handel gut fünf Prozent. (Warum niedrige Ölpreise ein ökologisches Desaster sind, haben wir bereits hier aufgeschrieben.)

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Saudi-Arabien habe Teilnehmern zufolge zur Bedingung gemacht, dass alle 13 Opec-Länder ihre Produktion einfrieren müssten - also auch der Iran, der nach dem Ende internationaler Sanktionen allerdings die Produktion weiter ausweiten will. - auf vier Millionen Barrel am Tag. Derzeit werden täglich etwa zwei Millionen Barrel mehr als nötig gefördert.

An dem Treffen hatten 18 Länder teilgenommen, darunter auch Russland, das nicht zur Opec gehört. Seit Mitte 2014 ist der Ölpreis wegen des weltweiten Überangebots und der mauen Weltkonjunktur um 70 Prozent eingebrochen. Die Ölschwemme war aber unter anderem deswegen entstanden, weil führende Förderer wie Saudi-Arabien im Zuge wachsender Konkurrenz -

zum Beispiel durch die von US-Firmen eingesetzte Fördertechnik Fracking

- ihre Marktanteile durch eine Erhöhung der Produktion halten wollten,

schreibt Spiegel Online

.



Auch Russland habe zu Jahresbeginn so viel Öl gepumpt wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr. In Russland machen Energieverkäufe etwa die Hälfte der Staatseinnahmen aus - die niedrigen Preise drohen, sich zum ökonomischen Desaster auszuwachsen. Deshalb hat Russland ein Interesse an höheren Ölpreisen - und auch schon im Vorfeld mit anderen Staaten verhandelt.

Laut FAZ hatten Beobachter ohnehin Zweifel

an der Wirksamkeit der Pläne zum Einfrieren auf dem Förderniveau von Januar geäußert. Neben dem Iran waren auch die Vereinigten Staaten und Norwegen nicht an den Gesprächen beteiligt. Zudem gab es Bedenken, dass im Januar bereits zu viel Öl gefördert worden sei, als dass eine Deckelung auf diesem Niveau den Kurs steigen lassen könnte. Nun wollten die Verhandlungspartner im Juni erneut zusammenkommen.

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