Presseschau: RWE und E.on mit großen Verlusten während des Konzernumbaus

Presseschau: RWE und E.on mit großen Verlusten während des Konzernumbaus

von Robyn Schmidt

Beide Energieunternehmen strukturieren ihre Konzerne um, beide verbuchen mitten im Umbau große Verluste.

Bei den Energieriesen RWE und E.on stehen große Veränderungen bevor. Beide spalten einen Teil ihres Geschäfts in Tochterfirmen ab, allerdings mit unterschiedlichen Konzepten: E.on gliedert die "klassischen" Energielieferanten wie Kohle- und Gaskraftwerke in die neue Tochter Uniper aus, der Hauptkonzern soll sich künftig hauptsächlich um zukunftsträchtige Energien kümmern. RWE macht es genau anders herum. Der Mutterkonzern behält Altlasten wie Kohle und Atom, auf die neuen Energien soll sich die Tochterfirma fokussieren. Mitten in die Umbauphase fallen massive Verluste für beide Unternehmen.

Wie tagesschau.de meldet hat E.on im Jahr 2015 unterm Strich einen Verlust von sieben Milliarden Euro verbucht. Hauptgrund dafür sind sehr hohe Abschreibungen. Der Konzern hatte den Wert seiner Kohle- und Gaskraftwerke um fast neun Milliarden Euro abgeschrieben. Die konventionellen Kraftwerke werden durch den Boom im Ökostrommarkt weniger rentabel.

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Auch RWE musste im vergangenen Jahr Verluste hinnehmen, schreibt der Spiegel. Für das Geschäftsjahr 2015 steht ein Fehlbetrag von 170 Millionen Euro in der Bilanz. Deshalb wolle das Unternehmen den ohnehin schon geplanten Sparkurs noch verschärfen. Für die Anteilseigner strich das Unternehmen die Dividende praktisch komplett. RWE dagegen wolle trotz Verlust die Dividende wie versprochen an seine Aktionäre auszahlen, meldet die Faz.

E.on wirft bei der Ausgliederung Altlasten abDie Ausgliederung der Problembereiche könne für E.on gar nicht schnell genug kommen, schreibt die Wirtschaftswoche. Ohne den Ballast könne sich Konzernchef Johannes Teyssen als oberster Öko-Manager um die zukunftsträchtigeren erneuerbaren Energien kümmern. Allerdings habe das Unternehmen dort noch großen Aufholbedarf.

In einer Analyse untersucht die Wiwo auch die verschiedenen Abspaltungskonzepte. E.on beispielsweise suche keine Investoren für die neue Tochterfirma sondern werde die eigene Aktie aufteilen, sodass bestehende Aktionäre dann sowohl E.on als auch Uniper Aktien besitzen.

Der WDR schreibt, dass bei E.on die Atomkraft weiter im nun "grünen" Hauptkonzern verbleibt. Eigentlich hatte das Unternehmen den Bereich mit ausgliedern wollen. Nach Druck aus der Politik verbleibt der Bereich aber im Mutterkonzern, wenngleich sie auch unter einem anderen Name geführt wird. E.on wurde vorgeworfen, sich durch die Ausgliederung der Atomsparte aus der Verantwortung für den Atomausstieg stehlen zu wollen.

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