Presseschau: Vattenfall verkauft Kohlesparte an tschechischen Konzern

Presseschau: Vattenfall verkauft Kohlesparte an tschechischen Konzern

von Peter Vollmer

Vattenfall hat seine Kohlesparte an ein tschechisches Unternehmen verkauft - darüber sind nicht alle glücklich.

Der Energiekonzern Vattenfall hat nach langer Suche doch einen Käufer für seine Braunkohleförderung in Ostdeutschland gefunden: Der tschechische Energiekonzern Energeticky a Prumyslovy Holding (EPH) wird gemeinsam mit dem Finanzpartner PPF Investments den Kohleabbau in der Lausitz fortführen.

Das teilten die Unternehmen am Montagmittag mit. "Wir beschleunigen so unseren Umbau zu einer nachhaltigeren Erzeugung von Energie", zitiert das Handelsblatt Vattenfall-Chef Magnus Hall. Vattenfall gibt vier Tagebaubetriebe sowie drei Braunkohlekraftwerke ab.

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Kein Geschäft mit Zukunft: In 20 Jahren dürfte in Deutschland aller Voraussicht keine Kohle mehr gefördert werden, zudem kämpfen die Kohlekraftwerke mit niedrigen Renditen. Schon eine wirkungsvolle Ausgestaltung der CO2-Zertifikate könnte sie unrentabel machen.

Die Süddeutsche Zeitung findet den Deal vor allem wegen der jahrzehntelangen Verpflichtungen sensibel, die Region nach dem Ende des Braunkohleabbaus zu rekultivieren - und die etwa 1,2 Milliarden Euro, die Vattenfall bisher für die Rekultivierung der Tagebaue zurückgestellt hat, halten Experten für zu wenig. Vattenfall bringt insgesamt 1,7 Milliarden Euro an Barmitteln in das Unternehmen ein; die Tschechen übernehmen dafür nicht nur die Anlagen, sondern auch Verbindlichkeiten für die Rekultivierung, aber auch Pensionsverpflichtungen.

Die taz warnt: EPH sei bekannt dafür, Energiefirmen günstig aufzukaufen, um dann Geld herauszuziehen. Zentraler Akteur sei der Unternehmer Petr Kellner, der als reichster Mann Tschechiens gelte und Mehrheitseigner der PPF ist. Seine Geschäftsmethoden werden zuweilen als "knallhart" beschrieben.

Nicht nur das: Er, seine Frau und sein Geschäftskollege Daniel Kretinsky, der mit 40 Prozent an der EPH beteiligt ist, waren in den Panama Papers aufgetaucht und besitzen wohl gleich mehrere Briefkastenfirmen. Zudem könnten die Gesellschaften zum Einfallstor für chinesische Investoren werden, fürchtet man in Prag. Hintergründe, die die Wirtschaftswoche aufgeschrieben hat.

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