Rewe verbannt die Plastiktüte für Obst und Gemüse

Sieben Wochen ohne Plastik: Rewe verbannt die Plastiktüte für Obst

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Statt Plastiktüten für Obst und Gemüse testet Rewe jetzt Mehrzwecknetze.

Die Plastikeinkaufstüte ist schon weg, jetzt geht es dem "Knotenbeutel" an den Kragen. Zumindest für die nächsten sieben Wochen sollen die Plastiktüten für Obst und Gemüse aus den Rewe-Supermärkten verschwinden.

Regional, Bio und natürlich ohne Plastik: Auf dem Wochenmarkt gibt es Obst und Gemüse unverpackt. Auch die Supermärkte versuchen nun offenbar, Plastik zu reduzieren: Nachdem die Einkaufstüte aus Plastik schon verbannt wurde, testet nun Rewe sieben Wochen lang den Verzicht auf sogenannte Knotenbeutel. Also die dünnen Plastiktütchen in der Obst- und Gemüseabteilung.

In100 Märkten bundesweit verschwindet die Plastiktüte testweise. Stattdessen werden spezielle Mehrweg-Frischenetze angeboten. Diese können Kunden im Zweierpack kaufen und wieder verwenden.

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Beim Abwiegen an der Kasse wird das Gewicht (Tara) des Netzes vom Warengewicht abgezogen.

Der Kampf gegen die Plastiktüten

  • Warum will die EU den Verbrauch von Plastiktüten drücken?

    Plastiktüten sind für ihr Gewicht ganz schön stabil. Doch was Verbraucher freut, kann der Umwelt schaden. Hunderte Jahre kann es dauern, bis die praktischen Tragetüten sich in der Natur zersetzen. Kleinteile werden von Seetieren wie Fischen und Vögeln gefressen.

  • Wie viele Tüten werden pro Jahr genutzt?

    Nach Zahlen aus dem Jahr 2010 kommen jedes Jahr etwas weniger als 100 Milliarden Plastiktüten in Europa in Umlauf. Das entspricht 198 Tüten pro Jahr und Bürger, die meisten davon Einwegtüten. Deutschland steht laut Handelsverband Deutschland (HDE) gut da. Das sei auch dem durch den grünen Punkt bereits weit verbreiteten Recyclingsystem zu verdanken. In Deutschland liege der Verbrauch bei jährlich 76 Tüten pro Kopf, die EU-Kommission spricht mit Blick auf das Jahr 2010 von 64 Einwegtüten.

  • Mögliche Maßnahmen

    Genau. Nach derzeitigem Stand soll jeder EU-Bürger Ende 2019 nur noch 90 Einwegtüten verbrauchen pro Jahr, Ende 2025 nur noch 40 Tüten. Ganz dünne Tüten, die es etwa an der Gemüsetheke gibt, wären aber ebenso wie stabile Mehrfachtüten nicht betroffen. Genauso gut könnte es Abgabegebühren geben oder Steuern für den Einzelhandel. Die Regierungen hätten die Wahl - Hauptsache, die Tüte wäre nicht mehr kostenlos. Auch andere Maßnahmen mit ähnlicher Wirkung wären möglich.

  • Was halten Umweltschützer davon?

    „Das bedeutet für die Verbraucher und Verbraucherinnen und insbesondere den Einzelhandel eine Neuausrichtung zu bewussterem und ökologischerem Konsum“, meint Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Die Umweltschutzorganisation European Environmental Bureau (EEB) ist zwar grundsätzlich ebenfalls erfreut. Allerdings hätte sich die Organisation auch ein Verbot spezieller neuartiger Tüten gewünscht. Diese geben aus Sicht von Kritikern vor, biologisch abbaubar zu sein, obwohl sie es nicht sind. Dies soll nun aber die EU-Kommission erst einmal untersuchen.

  • Was sagt die Plastikindustrie?

    Der Branchenverband Plastics Europe argumentiert, man unterstütze zwar eine Gebühr für alle Taschen, egal aus welchem Material. Doch die Möglichkeit nationaler Verbote könne zu Handelshemmnissen in Europa führen. Das bemängelt übrigens auch die FDP-Europaabgeordnete Gesine Meißner.

In weitern 19 Filialen sollen die Kunden nur dazu animiert werden, weniger Plastiktüten zu verwenden.

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