Sparen: Mit Geldanlagen das Klima schützen

Sparen: Mit Geldanlagen das Klima schützen

von Jan Willmroth

Geld anlegen ist keine leichte Aufgabe. Grund genug, einmal nachzuschauen, wie man mit sicheren Sparprodukten das Klima schützen kann.

Wer derzeit Geld übrig hat, kann sich vor Angeboten kaum retten: Festgeld, Sparverträge und Fondssparpläne versprechen sichere (wenn auch niedrige) Zinsen und wenig Risiko. Mehr als das versprechen die Banken aber in der Regel nicht. Wohin das Geld fließt, ist meist nicht erkennbar – und passende Produkte von Deutscher Bank, Commerzbank oder der Postbank für Anleger mit Hang zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit sucht man vergebens.

Man muss feststellen: Klimafreundliche Geldanlagen bleiben auch im Doha-Jahr 2012 eine exotische Nische. Das ist auch die wichtgiste Erkenntnis des Projektes „Klimafreundliche Geldanlage“, für das sich die Verbraucherzentralen in Bremen, Hamburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein zusammengetan haben. Mitte Dezember haben sie eine Marktübersicht vorgelegt, allerdings ist sie nur 12 Seiten lang. Zieht man kirchliche und alternative Banken ab, bleiben noch fünf Seiten.

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„Verbrauchern steht in diesem Bereich leider nur ein begrenztes Angebot zur Verfügung“, sagt Irmgard Czarnecki, Geschäftsführerin der Bremer Verbraucherzentrale. Zudem seien die Angebote oft regional und zeitlich begrenzt. Manche Sparkasse bietet zwar passende Produkte an – die kann dann in anderen Regionen aber keiner kaufen.

Bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken sieht es nicht viel besser aus als bei den großen Geldhäusern. Nur 12 von mehr als 1000 Volks- und Raiffeisenbanken und lediglich 27 der mehr als 400 Sparkassen bieten Sparprodukte mit dem Label „klimafreundlich“ an. Der Markt ist also überschaubar.

Dabei, so betonen die Verbraucherzentralen, könnten die Privatvermögen der Deutschen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen: Rund Fünf Billionen Euro haben die Deutschen gespart. Selbst kleine Bruchteile davon könnten wichtige klimafreundliche Investitionen ermöglichen. Das ist in Zeiten, wo die Politik beim Klimaschutz zu zögerlich ist, umso wichtiger.

Niedrige Zinsen, hohe TransparenzWer auf Klimaschutz-Sparen aus ist, muss also ein wenig suchen. Bei den klimafreundlichen Produkten garantiert die Bank dem Kunden, dass sein Geld eindeutig in klimafreundliche Projekte fließt. Das können Solarparks sein, Windkraftanlagen, Biomasse oder Investitionen in Energieeffizienz und Gebäudesanierung. Die Zinsen liegen auf dem üblichen Marktniveau – von 0,3 Prozent wie bei klassischen Sparbüchern bis zu 2,35 Prozent garantierten Zinsen über zehn Jahre.

Wer keine Angst vor steigender Inflation hat, könnte einen Teil seines Geldes zum Beispiel in den Sparkassenbrief ÖkoPlus der Sparkasse Amberg-Sulzbach stecken und zehn Jahre lang Photovoltaik, Windkraft und Holzenergie in der Region um Regensburg finanzieren. Eine Verzinsung, die eine moderate Inflationsrate ausgleicht, gibt es allerdings nur bei Sparverträgen mit fester Laufzeit.

Eine weitere Möglichkeit sind Raten- oder Zuwachssparverträge, bei denen der Zins jährlich steigt. Wie beim VR-„UmweltSparplan regional“ der Raiffeisenbank Hersbruck geht er dann aber schon bei einem Prozent los – also nur etwas für Sparer mit Geduld.

Mehr Optionen gibt es bei den kirchlichen und alternativen Banken, die teilweise generell Engagements in klimaschädlichen Technologien sowie in Ländern ausschließen, die das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet haben. Vom Sparkonto über Ratensparen bis zu Festgeld haben diese Institute alles im Angebot. Doch auch hier gilt: Wer Sicherheit will, muss mit niedrigen Zinsen klarkommen. Umso besser, wenn das Geld dann wenigstens sauber angelegt ist.

Die Verbraucherzentrale Bremen hat in einem Flyer wichtige Tipps fürs klimafreundliche Sparen zusammengefasst.

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