Startup-Tagebuch: Die Kaffee-Pilze gehen um die Welt

Startup-Tagebuch: Die Kaffee-Pilze gehen um die Welt

Das Berliner Startup Chido’s Mushrooms züchtet Pilze auf Kaffeesatz. In der 7. Folge berichten die Gründer, wie ihre Idee sich verbreitet.

Das Berliner Startup Chido’s mushrooms baut ein nachhaltiges Geschäftsmodell auf: Mitarbeiter des Unternehmens sammeln Kaffeesatz in Berliner Cafés ein und lassen darauf dann Gourmetpilze sprießen. Die verkauft Chido’s anschließend an feine Restaurants. Weil die Idee ein Vorbild für eine Wirtschaft ist, in der kaum noch Abfälle entstehen, hat Chido’s den Startup-Sonderpreis des Sustainovation Awards gewonnen, den die WirtschaftsWoche zusammen mit der Unternehmensberatung Altran vergibt. Bei WiWo Green schreibt Chido’s-Geschäftsführer Philipp Buddemeier ein Startup-Tagebuch über Erfolge, Misserfolge – und Pilze.

22. Februar 2013Vor kurzem gab‘s einen Blog über uns mit dem Titel „Speisepilze auf Kaffeesatz: Eine Idee geht um die Welt“. Am ersten Tag unseres Franchisetrainings denke ich wieder daran. Wir haben drei Teilnehmer aus Italien, zwei Teilnehmer aus Griechenland, einen aus Spanien, einen aus Norwegen und fünf Teilnehmer aus Deutschland.

Interessant finde ich, dass wir so viele Teilnehmer aus den wirtschaftlich angeschlagenen Euro-Ländern haben. Die Teilnehmer suchen nicht nur nach neuen Jobperspektiven sondern auch eine neuen Form der Wirtschaft. Am ersten Tag des Trainings geht es aber zunächst nur um die Pilztheorie.

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23 & 24. Februar 2013Am zweiten Trainingstag geht es in den Keller. Dort lernen die Teilnehmer die ganz praktischen Schritte der Pilzzucht auf Kaffeesatz kennen. Dann geht es an die Businessplanung und gemeinsam stellen die Teilnehmer fest, dass es mit meiner innerstädtischen Manufakturproduktion gar nicht einfach ist, gegen die Großproduzenten anzutreten. Im Supermarkt gibt es Austernpilze schon ab fünf Euro pro Kilo, der Großhändler bekommt häufig nicht mehr als drei Euro für das Kilo.

Bei uns liegen schon die Arbeitskosten über diesen Werten. Interessant sind für uns deshalb nur diejenigen Kunden, die für Frische und Qualität bereit sind einen Aufpreis zu zahlen.

Spannend wird es für mich als die Businesspläne der Teilnehmer konkret werden. Eine Teilnehmerin setzt auf ein begleitendes Schulungsprogramm zur Abfallnutzung, ein Teilnehmer plant die Einbindung in ein existierendes Urban Farming Projekt und ein weiterer Teilnehmer plant einen wesentlichen Beitrag zu Finanzierung und Absatz über eine existierende Einkaufsgemeinschaft regionaler Produkte zu organisieren. Mir gefällt die Vielfalt. Chido’s mushrooms soll kein McDonalds des Urban Farming werden, sondern eine kreative Gemeinschaft von Unternehmern.

Und die Verbreitung hat schon angefangen. In Italien gibt es seit kurzem unser Home Growing Kit zu kaufen und in München wird Chido’s mushrooms auf dem Heldenmarkt von zwei potenziellen Franchisenehmern vertreten.

In Berlin bereiten wir uns unterdessen auf die Ausstrahlung von Galileo vor. Bis zu eine Millionen Zuschauer werden den Beitrag über Chido’s mushrooms sehen. Ende März soll die Sendung laufen. Genau weiß ich noch nicht, was dann passiert. Aber wir haben vorsorglich in den vergangenenTagen schon mal ein paar zusätzliche Home Growing Kits produziert.

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