Startup-Tagebuch: Eine Fischfarm aus Kaffeeresten

Startup-Tagebuch: Eine Fischfarm aus Kaffeeresten

In der neuen Folge des Startup-Tagebuchs kommen endlich die Würmer. Der Kaffeesatz nährt damit nicht nur Pilze, sondern auch Fische und Kräuter.

Das Berliner Startup Chido’s mushrooms baut ein nachhaltiges Geschäftsmodell auf: Mitarbeiter des Unternehmens sammeln Kaffeesatz in Berliner Cafés ein und lassen darauf dann Gourmetpilze sprießen. Die verkauft Chido’s anschließend an feine Restaurants. Weil die Idee ein Vorbild für eine Wirtschaft ist, in der kaum noch Abfälle entstehen, hat Chido’s den Startup-Sonderpreis des Sustainovation Awards gewonnen, den die WirtschaftsWoche zusammen mit der Unternehmensberatung Altran vergibt. Bei WiWo Green schreibt Chido’s-Geschäftsführer Philipp Buddemeier ein Startup-Tagebuch über Erfolge, Misserfolge – und Pilze.

6. Februar 2013Die Würmer sind da! Der Postbote hat sie abgegeben. Kaffeesubstrat mit Myzel finden viele eklig, jetzt wird es ekliger. Tausend Würmer wühlen sich durch ein undefinierbares, dunkelbraunes Gemisch. Aber die Würmer sind ein wichtiger Schritt um einen abfall- und emissionslosen Kreislauf der Nahrungsmittelproduktion aufzubauen. Wer bislang mitgelesen hat, kennt die Geschichte: Das Kaffeesubstrat geben wir nach der Pilzernte in den Kompost, dort wird es von unseren Würmern zu Humus gemacht. Die Würmer verfüttern wir an Fische, die Fischausscheidungen düngen Pflanzen, die Pflanzen klären das Wasser, das dann wieder in die Fischtanks fließt. „Bitte nicht stören, Fortpflanzung läuft“ hat Hannes auf den Deckel geschrieben. Aus 1.000 Würmern sollen möglichst schnell 100.000 werden damit unsere Fische genug zu essen haben.

13. Februar 2013Jetzt gibt es auch eine Testversion der Aquaponik-Anlage in unserem Keller. Das Aquaponik-System haben wir vom deutschen Blue Economy Team übernommen. Dort wurde es über 2 Jahre entwickelt. Deshalb funktioniert auch alles sofort. Ich freue mich schon in ein paar Wochen frische Kräuter zu ernten. Die Fische brauchen etwas länger. Im Sommer geht’s dann zur Sache. Dann geht es den Fischen an den Kragen. Über die Möglichkeit einen abfall- und emissionslosen Kreislauf der Nahrungsmittelproduktion mitten in der Stadt aufzubauen kann ich mich immer wieder begeistern.

Es ist doch einfach faszinierend: Ein paar Mal pro Woche wird Kaffeesatz angeliefert, viel mehr brauchen wir nicht und ein bisschen später gibt es frische Pilze, frisches Gemüse und leckere Fische. Natürlich passen die Kapazitäten der einzelnen Elemente noch nicht zusammen. Im Moment können wir nur einen Teil des Kaffeesubstrats zu Kompost zu verarbeiten. Und wie viele Fische wir mit den Würmern ernähren können müssen wir auch noch rausfinden. Aber in der Zwischenzeit gibt es schon mal frische Pilze, das klappt ja bereits auch in größeren Mengen.

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15. Februar 2013Und... Action! Heute ist ein aufregender Tag, wir drehen für Galileo. Ein vollgepackter Tag, vom Action-Dreh der Messenger-Kuriere im Stadtverkehr, zur Blindverkostung unserer Pilze im Coledampfs & Companies und jede Menge Aufnahmen bei uns im Keller. Das Coaching gibt’s umsonst aber mit Nachdruck: knapper, dynamischer, nicht in die Kamera gucken! Die Filmprofis überlassen nichts dem Zufall. Galileo an vielen Tagen von deutlich über 1 Millionen Menschen gesehen, da muss einfach alles stimmen. Ich bin jedenfalls gespannt was nach der Ausstrahlung passiert. Vielleicht muss ich in der nächsten Ausgabe wieder von Lieferengpässen berichten!

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