再见 Kohle: China verabschiedet sich vom schmutzigen Energieträger

再见 Kohle: China verabschiedet sich vom schmutzigen Energieträger

von Benjamin Reuter

Aktuelle Daten der chinesischen Regierung zeigen: Der Anteil der Kohle am Strommix nimmt ab, die Energieeffizienz zu.

Dass China sich langsam aber sicher von der Kohle als Energieträger verabschiedet, kündigte sich schon länger an (wir berichteten unter anderem an dieser Stelle davon). Im Oktober hatte ein Report von Greenpeace Asien einen Rückgang der Kohleverbrennung um ein bis zwei Prozent in den ersten drei Quartalen 2014 berechnet. Für den November hat sich dieser Trend bestätigt, wie eine Analyse des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) in Cleveland, USA, zeigt. Grundlage der Analyse sind kürzlich veröffentlichte Zahlen der chinesischen Regierung.

Demnach ist die Kohleverstromung im November 2014 im Vergleich mit dem Vorjahr um 0,3 Prozent gesunken. Das scheint auf den ersten Blick wenig. Wenn man aber bedenkt, dass der Verbrauch in den Jahren zwischen 2001 und 2011 jährlich um zehn Prozent stieg, ist das ein drastischer Einschnitt. 2012 und 2013 nahm der Kohleverbrauch immerhin noch mit einer Rate zwischen vier und sechs Prozent zu.

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Wirtschaftswachstum und Stromverbrauch entkoppeltFür Tim Buckley, Energieexperte des IEEFA, ist die Schlussfolgerung klar: "Der über Jahre gültige Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, steigenden Strom- und Kohleverbräuchen ist damit durchbrochen."

Die Kohleproduktion in China selbst im Jahr 2014 um 2,1 Prozent zurück, die Importe von Kohle sanken um neun Prozent. Hinter den Zahlen zum Kohleverbrauch verbirgt sich aber noch ein größerer und beinahe wichtigerer Trend: China braucht immer weniger Strom, um sein Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten. Während die chinesische Wirtschaft, laut Regierungsdaten, im Jahr 2014 um 7,3 Prozent wuchs, stieg der Stromverbrauch im selben Zeitraum nur um 3,9 Prozent. In den vergangenen 13 Jahren stieg der Stromverbrauch ebenso schnell, wie die Wirtschaft wuchs.

Als Gründe für den schleichenden Bedeutungsverlust der Kohle in China sieht Buckley die zunehmende Energieeffizienz und einen Boom in den wenig energieintensiven Industrien. Schon ab 2016, sagt er voraus, könnte der Kohleverbrauch in China dauerhaft sinken.

Bedeutung der Kohle sinktEinen Anteil haben aber auch die erneuerbaren Energien. Buckley rechnet damit, dass 2014 Wasserkraftwerke mit einer Leistung von 22 Gigawatt, Windanlagen mit einer Leistung von 18 Gigawatt und Solaranlagen mit einer Leistung von 13 Gigawatt neu ans Netz gegangen sind.

Neue Kohlekraftwerke kamen 2014 aber immerhin noch auf 22 Gigawatt Leistung – trotz dieser neuen Kraftwerke ist die von Kohlekraftwerken produzierte Strommenge aber zwischen 2013 und 2014 rückläufig. Da sie aber sehr viel effizienter sind als alte Meiler, müssen sie weniger Kohle verbrennen, um dieselbe Menge Strom zu erzeugen.

2014 gingen in China zudem noch Gaskraftwerke mit einer Leistung von bis zu sechs Gigawatt ans Netz und Kernkraftwerke mit einer Leistung von bis zu sieben Gigawatt.

China hat im Jahr 2014 damit fast 90 Gigawatt an Kraftwerksleistung installiert. Zum Vergleich: Das ist mehr Leistung als alle Kohle-, Atom- und Erdgaskraftwerke in Deutschland zusammen erbringen.

Insgesamt hatte die Kohle in China im Jahr 2014 aber noch einen Anteil am Strommix von 72 Prozent. Laut den Berechnungen von Buckley könnte der Anteil bis 2020 auf 60 Prozent sinken.

Lexikon zur Überschrift: 再见 bedeutet Auf Wiedersehen auf chinesisch

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