20 Gigawatt: Chinas Solarbranche beeindruckt dieses Jahr mit Rekord-Zubau

20 Gigawatt: Chinas Solarbranche beeindruckt dieses Jahr mit Rekord-Zubau

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Dorfälteste betrachten in Shangnanyao in der Provinz Yunnan eine Solaranlage.

von Wolfgang Kempkens

China hat 2016 Solaranlagen mit einer solchen Leistung gebaut, dass diese drei Prozent des deutschen Strombedarfs decken könnten.

China hat den bisherigen Spitzenreiter Deutschland bei der installierten Leistung von Solarzellen überholt. Ende 2015 liefen in Fernost Solarkraftwerke mit einer Spitzenleistung von 43 Gigawatt. Deutschland lag bei knapp 40 Gigawatt.

Doch schon in diesem Jahr wird sich der Abstand drastisch vergrößern. Während in Deutschland nach einer Schätzung von Volker Quaschning, Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, 1,4 Gigawatt zugebaut werden, schafften die Chinesen allein in der ersten Jahreshälfte monumentale 20 Gigawatt, dreimal mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

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Das hatte einen einfachen Grund. Der Strom aus Solarkraftwerken, die in dieser Zeit ans Netz gingen, wird mit umgerechnet 13,6 Eurocent pro Kilowattstunde vergütet. Bei später fertiggestellten Anlagen ist es erheblich weniger.

Private Fotovoltaik-Anlagen nicht mitgezählt

Dennoch hinkt China beim Beitrag der Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung weit hinterher. Deutschland kam 2015 auf einen Anteil von 5,9 Prozent. In China waren es nach Angaben des National Statistics Bureau gerade mal 0,7 Prozent. Dabei hätte China bei dem geringen Anteil an Fotovoltaik gar keine Probleme, den Solarstrom zu nutzen - während in Deutschland bei intensiver Sonneneinstrahlung konventionelle Kraftwerke gedrosselt und Überschussstrom zu Dumpingpreisen exportiert wird.

Die gigantischen Solaraktivitäten in China – vermutlich lag der Zubau noch weit über 20 Gigawatt, weil die Statistikbehörde keine privaten Installationen berücksichtigten – dürften den Export chinesischer Solarmodule drastisch reduziert haben. Die Fotovoltaikproduktion nahm in der ersten Jahreshälfte um rund 38 Prozent auf 27 Gigawatt zu, verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das dürfte für nicht viel mehr als den Eigenbedarf gereicht haben.

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