Aktuelle Studien: Energiewende lohnt sich, Deutsche sparen Strom

Aktuelle Studien: Energiewende lohnt sich, Deutsche sparen Strom

von Benjamin Reuter

Ab 2030 könnte die Energiewende Milliarden sparen, derzeit senken die Deutschen ihren Stromverbrauch wegen hoher Kosten.

Dass die Energiewende mit all den neuen Wind- und Solaranlagen die Stromkunden viel Geld kostet, ist schon lange klar. Mindestens aber genauso lange steht fest, dass die Investitionen in Wind- und Solaranlagen sich künftig auszahlen werden.

Die einfache Logik dahinter: Wenn Deutschland signifikant weniger Erdöl, Erdgas und Steinkohle importiert, spart man Geld. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel hat jetzt auch ausgerechnet, wann der Break-Even erreicht ist.

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Derzeit kostet Deutschland die Energieversorgung mit Kohle, Öl und Gas noch 83 Milliarden Euro im Jahr. In 15 bis 20 Jahren ist laut der IWES-Studie der Punkt erreicht, "an dem die Ausbaukosten für die erneuerbaren Energien und die Beschaffungskosten für die fossile Energie zusammen genommen die aktuellen Kosten unterschreiten." Bis dahin müssten aber Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen und Infrastruktur in Höhe von rund 300 bis 380 Milliarden Euro getätigt werden.

Das zeigt: Die Energiewende lohnt sich.

Mancher wird sich nun aber fragen: Was habe ich heute von der ganzen Sache? Nicht viel, denn gegen die höheren Strompreise ist aktuell kaum ein regulatorisches Kraut gewachsen. Im besten Fall können sie für die nächsten Jahre stabilisiert werden.

Fast jeder Deutsche spart StromDie einfachste Lösung, um Geld zu sparen, ist daher ein niedrigerer Stromverbrauch. Und viele Kunden, das zeigt wiederum eine aktuelle Umfrage der Analysten und Unternehmensberater von Accenture, tun genau das.

Die Befragung in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Forsa unter mehr als 1.000 Verbrauchern in Deutschland hat Folgendes ergeben:

1. Laut der Umfrage haben 88 Prozent der Deutschen in den vergangenen zwei Jahren zumindest eine Maßnahme ergriffen, um ihren Stromverbrauch zu reduzieren.

2. Am weitesten verbreitet ist der verstärkte Einsatz von Energiesparlampen und LEDs (68%), gefolgt von der konsequenteren Vermeidung des Stand-by-Verbrauchs (60%) sowie dem Austausch von Haushaltsgeräten gegen energieeffizientere Modelle (45%).

3. 47 Prozent der Befragten gaben an, der Stromverbrauch sei wegen dieser Maßnahmen etwas gesunken, zwölf Prozent meinten, der Verbrauch sei sogar deutlich zurückgegangen.

4. 18 Prozent haben nach eigener Aussage zwar keine Senkung erreicht, gehen aber davon aus, dass ohne diese Maßnahmen der Stromverbrauch gestiegen wäre.

5. Vom Einbau intelligenter Stromzähler erwarten sich die Kunden weiteres Sparpotenzial. Der Durchschnitt geht von einer Senkung ihres Verbrauchs um rund 10 Prozent aus.

6. Weiter heißt es in der Auswertung der Studie: "Auf die Frage nach der weiteren Förderung der erneuerbaren Energien, antworteten 42 Prozent, dass diese zurückgefahren werden sollte, weil sonst die Kosten aus dem Ruder laufen. Ungefähr ebenso viele (45%) halten das für falsch, weil damit die Energiewende ausgebremst würde."

Einig sind sich die Deutschen also nicht, wie es mit dem Zubau von Grünstromanlagen weitergehen soll. Dass sie mehr darauf achten, wie viel Energie sie verbrauchen, bedeutet aber nur Gutes. Denn die beste Kilowattstunde, das predigen alle Energieexperten, ist die, die man nicht verbraucht.

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