Altmaier macht Tempo bei Bürgerbeteiligung

Tech: Altmaier macht Tempo bei Bürgerbeteiligung

von Jan Willmroth

Der Bundesumweltminister will die Bürger am Bau neuer Stromtrassen beteiligen – mit fünf Prozent garantierter Rendite.

Bundesumweltminister Peter Altmaier will die Bürger am Bau neuer Stromtrassen beteiligen – mit fünf Prozent garantierter Rendite. Noch vor der Bundestagswahl sollen die ersten Anleihen ausgegeben werden.

Bundesumweltminister Peter Altmaier will die angekündigte Bürgeranleihe zur Finanzierung der Energiewende rasch umsetzen. Geplant seien Anleihen ab 500 Euro mit einem Garantiezins von etwa fünf Prozent pro Jahr. Er wolle das Projekt noch vor der Bundestagswahl starten, sagte Altmaier dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Damit wolle er sicherstellen, die Bürger neben den Kosten auch an den Gewinnen zu beteiligen.

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Der Bau neuer Stromleitungen gilt als Kernstück der Energiewende – und als schwierig. Einerseits kostet der Netzausbau je nach Szenario zwischen 20 und 37 Milliarden Euro, andererseits regt sich häufig Widerstand, wenn Bürger direkt in der Nähe von Hochspannungstrassen wohnen.

Altmaiers Modell könnte ein Weg sein, die Stromtrassen bei den Bürgern beliebter zu machen. Mit einem garantierten Zins von fünf Prozent wären die Anleihen in Zeiten niedriger Realzinsen eine attraktive Anlage und könnten viele Bürger auf der Suche nach sicheren Investments anlocken. So rechnet Altmaier auch damit, rund 15 Prozent der Kosten der Energiewende mit Bürgergeld stemmen zu können.

Dabei gilt noch nicht als sicher, dass so viele neue Leitungen, die den Windstrom von der Nordsee bis in den Süden der Republik befördern sollen, auch gebraucht werden. Bayern und Baden-Württemberg sind skeptisch und setzen lieber auf eigene Energieprojekte, als sich vom Strom aus dem Norden abhängig zu machen.

Auch die Strategieabteilungen der Energiekonzerne sind vorsichtiger als Altmaiers Ministerium: Wenn die Leitungen in zehn Jahren fertig seien, könnten sie teilweise überflüssig sein, weil Bayern und Baden-Württemberg viel weniger Strom importieren als heute gedacht, heisst es bei RWE und Co.

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