Aquakin: Wasserkraftwerke für Outdoor-Begeisterte

Aquakin: Wasserkraftwerke für Outdoor-Begeisterte

von Malte Laub

Das Fürther Startup möchte mit kleinen Wasserkraftwerken die Energieversorgung revolutionieren und tritt beim Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche an.

Aquakin setzt auf den kleinen Maßstab: Idyllische Bäche, langsam fließendes Quellwasser, oder auch ein unspekatkuläres Abflussrohr sind die Einsatzgebiete des Startups. Das Fürther Unternehmen baut Kleinstwasserkraftwerke – und fährt damit ganz bewusst den Gegenkurs zu großen Stauwerken. Es stehen Dezentralität und vor allem Umweltschutz im Vordergrund.

Dazu hat das Startup um die Gründer Leif Schoeller, Stephan Pacardo, Benedikt Schröder und Benedict Padberg vier Kraftwerke entwickelt – je nach Modell gerichtet an Outdoorurlauber, die nur mal schnell am Bach das Handy laden wollen, bis hin zu kleinen am Wasser gelegenen Kommunen. Auch Gebiete, die bislang über keine reguläre Energieversorgung verfügen, sollen auf diese Weise versorgt werden.

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Gemein haben alle Kleinstkraftwerke, dass sie sich die kinetische Energie des fließenden Wassers zu Nutze machen, um Strom zu erzeugen – und sich dafür schon mit geringen Fließgeschwindigkeiten zufrieden geben.

Das kleinste Wasserkraftwerk der WeltSo ist das Outdoor-Modell „Blue Freedom“ – das nach Unternehmensangaben kleinsten und leichtesten Wasserkraftwerk der Welt –  bei einem Durchmesser von 20 Zentimetern bloß 400 Gramm schwer und damit besonders auf kleine Bäche ausgerichtet. Es hat USB-Anschlüsse und erzeugt genug Energie, um LED-Lampen, Rasierer, Campingkühlschränke oder eben Smartphones aufzuladen. Ein eingebauter Akku erlaubt auch, das Handy nachts im Zelt zu laden.

Doch Aquakin hat sich nicht auf Gadgets spezialisiert. Das Linearkraftwerk des Unternehmens produziert Strom in einem weit größeren Maßstab: Bis zu 160.000 kWh im Jahr seien an nahezu jedem Flusslauf möglich – das mache es auch interessant für kleine Kommunen, wirbt Aquakin. Zudem sei es transportabel und leicht zu warten. Fische müssen übrigens keine Angst haben, schreiben die Entwickler: Im Gegenteil, das Kraftwerk sei eine Hilfe für auf- und absteigende Fische.

Energie aus dem WasserrohrEbenfalls umweltfreundlich und gefahrlos für Tiere soll das Wirbelwasserkraftwerk sein, das an Flusszuleitungen oder Wasserfällen sauberen Strom erzeugen soll. Aquakin bewirbt es als Lösung für die Energieprobleme von Selbstversorgern.

Doch das Unternehmen hat auch gewöhnliche Haushalte im Blick: Das Portfolio wird von einer Rohrturbine komplettiert, die sich in Wasserleitungen einbauen lässt. So soll in Zukunft zuhause nicht bloß Energie verwendet, sondern durch das durch die Turbine abfließende Wasser auch erzeugt werden, wenn der Wasserhahn betätigt wird.

Nominiert für den Neumacher-WettbewerbFür die innovativen Ideen und Produkte wurde das Startup bereits für den German Energy Award und den German Design Award nominiert – und auch im Neumacher-Gründerwettbewerb der WirtschaftsWoche ist Aquakin an den Start gegangen.

Die Fürther schafften es in die zweite Runde und haben es aus der Auswahl aus 282 Unternehmen unter die Top-20 geschafft. Diese Unternehmen aus verschiedensten – nicht zwangsläufig grünen – Branchen wetteifern nun um 10.000 Euro Startkapital von der WirtschaftsWoche und den Partnern des Wettbewerbs. Dazu kommt ein umfangreiches Paket aus Sachleistungen im Wert von bis zu 300.000 Euro. So beraten die Marken-Experten der renommierten Hamburger Werbeagentur thjnk die Sieger beim Aufbau ihrer Markenstrategie. Der High-Tech Gründerfonds HTGF bietet dem Sieger ein exklusives Gründercoaching. Und Anwälte der international tätigen Kanzlei Olswang unterstützen die Gründer in Rechtsfragen.

Eine Jury bestimmt fünf der Finalisten, ein sechster wird per Leservotum ermittelt. Abstimmen können Sie bis zum 10. Oktober. 

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