Autoshow: Das sind die Tops und Flops der IAA

Autoshow: Das sind die Tops und Flops der IAA

von Jürgen Klöckner

In Frankfurt startet die Internationale Automobil-Ausstellung, IAA. Wir stellen die grünsten und die schmutzigsten Autos der Messe vor.

Luxusschlitten, SUVs, Kleinwagen: Auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt (12. – 22. September) feiern alle großen Hersteller ihre neue Elektroautos mit viel Brimborium, alleine der VW-Messestand ist ein eigenes Universum. Dabei galten vor allem die deutschen Hersteller bisher nicht als Freunde e-getriebener Autos: Luxusschlitten und PS-Boliden rangieren in den unteren CO2-Effizienzklasssen und sind gleichzeitig die Goldesel für BMW, Daimler und Co.

Dennoch entpuppt sich auf der IAA Elektromobilität als größtes Schlachtfeld der Innovationstreiber. Künftig, so hoffen es die Hersteller jedenfalls, wird sie zum Massenmarkt. Wir berichten live von der Messe - und zeigen die Stromer, die garantiert bald in Ihrer Nachbarschaft parken - oder in Ihrer Garage.

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BMW - i8#i8 und #i3 machen #bmw auf der #iaa zum gespräch nr. 1 pic.twitter.com/NtkMVOnQPP

— Jürgen Klöckner (@herrkloeckner) September 10, 2013Flankiert vom kleinen Bruder i3 und bei wummernden Bässen rollte BMWs Hoffnungs-Supersportwagen i8 auf die Bühne. Die Studie sah atemberaubend aus - aber erfahrungsgemäß haben die Serienversionen weit weniger Sexappeal. Der i8 aber sah noch fast genauso gut aus, als ihn BMW enthüllte. Vieles war im Vorfeld schon über das Auto bekannt, doch einige Neuigkeiten gab es dann doch noch. 126.000 Euro wird er kosten. Nur 2,5 Liter soll der Plug-In Hybrid auf 100 Kilometer verbrauchen und 59 Gramm CO2 ausstoßen. Dank der Carbon-Fahrgastzelle wiegt das Auto gerade einmal 1,4 Tonnen. Motorisiert ist es mit einem 131 PS starken E-Motor und einem 3-Zylinder Verbrennungsmotor, der 362 PS liefert. So beschleunigt der i8 in nur 4,4 Sekunden von Null auf 100.

Tesla - Model S

 

So wenig Platz braucht #Tesla im Model S für seinen E-Antrieb. Dafür vorne & hinten Kofferraum! #IAA pic.twitter.com/Uhme4HxQ1P

— Jürgen Klöckner (@herrkloeckner) September 10, 2013

Nur wenige Minuten nach der i8-Premiere zeigte Tesla am anderen Ende der Messe den direkten Konkurrenten: den Tesla Model S. Im Vergleich zur bayrischen Megashow war die Präsentation des US-Autobauers geradezu bescheiden. Eigentlich war schon alles über das Auto bekannt - immerhin kann man es in Deutschland schon seit August kaufen. Leider rückten die Amerikaner dann auch mit keinen neuen Zahlen heraus - wie viele Ladestationen sie bauen oder Teslas sie verkaufen wollen, blieb offen.

Opel - AmperaOpel richtete gleich zu Beginn der IAA eine Kampfansage an die Konkurrenz: Das Elektroauto Ampera wird es künftig für 38.300 statt 46.000 Euro geben. Ein Preissenkung von fast 20 Prozent in einem Hochpreissegment, das ist ein kleiner Husarenstreich.

TU Dresden - InEcoAuch kleinere Studien ohne großes Marken-Kawumm sind auf der Messe: Die Forscher der TU Dresden zeigen ihr Elektroauto InEco, das nur 900 Kilo wiegt. Der Name steht für "Innovation, Electromobility, Composite", schon 2011 wurde die Studie präsentiert, doch nun ist sie fahrbar. Die Reichweite liegt bei 140 Kilometern, die Höchstgeschwindigkeit bei 160 Kilometern pro Stunde. Ob das futuristische Auto in Serie geht, lassen die Forscher offen.

Daimler - S-Klasse HybridPlugin-Hybrid von #Daimler. Damit verbraucht die #S-Klasse 3 Liter / 100km mit über 400 ps. #IAA pic.twitter.com/wifTfFxdCW

— Jürgen Klöckner (@herrkloeckner) September 10, 2013Irgendwie wird man bei Mercedes das Gefühl nicht los, dass man Elektromobilität höchstens als Bonbon für die Umweltlobby begreift. Fast emotionslos zeigte Konzernchef Dieter Zetsche die Plug-In-Hybrid Version der S-Klasse, verlor ein, zwei Worte dazu. Sonst gab es gewohnte Mercedes-Kost: den S 63 AMG etwa, mit fast 600 PS und einer tiefroten Umweltbilanz. Dabei hat die Marke durchaus Elektropotential: Die Käufer können sich es leisten, die A-Klasse ist für einen reinen Elektroantrieb wie gemacht. Sogar SUVs, ein großes Segment bei Benz, lassen sich mit Elektromotoren ausrüsten - wie das geht, zeigte der Rivale BMW.

Volkswagen - Audi, Porsche, VW 918 #spyder mit 887 PS: #porsches unglaubliches 3-Liter Hybrid-Auto (was zu beweisen wäre) auf der #IAA pic.twitter.com/xuk5DacLIP

— Jürgen Klöckner (@herrkloeckner) September 10, 2013Der Messestand des Volkswagen-Konzerns ist ein eigenes Universum. Europas größter Autobauer wollte im Heimatland zeigen, wer der Boss ist. VW bringt mit dem e-Up und e-Golf zwei reine Stromer auf den Markt und erhofft sich damit, das "erste e-Mobil für die breite Bevölkerung" zu bauen. Der e-Up hat eine Reichweite von 160 Kilometern, der e-Golf von 190 Kilometern. Die Modelle sind keine reinen Elektroautos: sie gibt es auch mit Erdgas- und Verbrennungsmotor. Eine ähnliche Strategie fährt Audi mit dem Kleinwagen A3. Porsche zeigte die Serienversion des 918 Spyder - ein wunderschönes Auto mit sagenhaften 887 PS und einem Hybridantrieb. Zwar soll der Rennwagen im Stadtverkehr nur 3 Liter verbrauchen - das Umweltmärchen endet aber spätestens, wenn das Gaspedal runtergedrückt wird. Die Rakete kostet 768.000 Euro.

Die grüne Zitrone: Jean Bugatti

 

Viola, der Super-Stinker auf der #IAA! 1200 PS, 539gCO2/km, 23L Durchschnittsverbrauch #bugatti-Veyron pic.twitter.com/AvZsUAKDt3

— Jürgen Klöckner (@herrkloeckner) September 10, 2013

Der Wahnsinn auf vier Rädern hat einen Namen: Jean Bugatti. 1200 PS hat der Ableger des  Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse, er beschleunigt damit von 0 auf 100 in 2,6 Sekunden. Und unter welchem Konzerndach fährt der Super-Stinker? Genau, unter dem von Volkswagen, das sich so fleißig um ein grünes (bzw. blaues) Image bemüht.

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