Bangladesch: Wasserfilter mit Solarzelle säubert Trinkwasser

Bangladesch: Wasserfilter mit Solarzelle säubert Trinkwasser

von Robyn Schmidt

Zwei schwedische Wissenschaftler haben einen energieeffizienten Wasserfilter entwickelt.

Arsenverschmutztes Wasser ist ein ernstes Problem in Bangladesch. Laut Unicef nehmen dort 22 Millionen Menschen beim Trinken Asen zu sich - im besten Fall kommt es dadurch zu Hautkrankheiten, rund 70.000 Menschen sterben aber jährlich an dem Gift.

Arsen kommt im Grundwasser des Landes vor - das Wasser an der Oberfläche hingegen ist oft mit Bakterien verseucht und damit auch keine Alternative. Tiefere Brunnen könnten helfen, kosten aber Geld und Mühe. Da ist es einfacher, zu einem der schon gegrabenen Brunnen zu gehen und zu hoffen, dass dieser nicht betroffen ist.

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Das Unternehmen Watersprint will diese Zustände ändern. Die schwedischen Wissenschaftler Kenneth Persson und Ola Hansson wollen mit Watersprint, mobile, solarbetriebene Wasserfilteranlagen in Staaten mit Wasserprobleme bringen - und haben sich diese nun patentieren lassen.

In einem Pilotprojekt wurden bereits zehn Filter-Anlagen in ländlichen Regionen Bangladeschs aufgestellt, wo das Stromnetz oft nicht verlässlich oder schwer zu erreichen ist. Vor Ort übernehmen Anwohner die Leitung der Anlage. Diese können dann das saubere Trinkwasser für eine kleine Summe weiterverkaufen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Watersprint und dem Yunus Center, gegründet vom bangladeschischen Friedensnobelpreisträger Mohammad Yunus. Das Yunus Center arbeitet an Technologien, die gesellschaftliche Probleme, Armut und Hunger bekämpfen sollen.

Eine einzige Solarzelle reichtDie Filteranlagen heißen Micro Production Centers (MPC) und wiegen rund 16 Kilogramm. Das zwölf Volt umfassende System sei so effektiv, dass es von einer einzigen Solarzelle betrieben werden kann. Weil die Anlage so wenig Strom braucht, lädt sie gleichzeitig eine kleine Batterie. Mit dieser kann der Filter auch über Nacht laufen, ohne am Stromnetz zu hängen. Außerdem ist das MPC mit Wi-Fi und einer Software ausgerüstet, die die Anlagen automatisch überwacht und den Betreiber per SMS informiert, falls etwas nicht wie geplant läuft.

"750 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser", sagt Mit-Erfinder Kenneth Persson. "Sicheres Trinkwasser bereitzustellen ist eine der größten Herausforderungen und eines der wichtigsten Ziele für die Menschheit." Mit dem erwarteten Patent wollen sie nun ihre Produktion der Anlagen weiter auszuweiten.

Und tatsächlich ist der erste Schritt dahin schon getan. Vor kurzem hat das Unternehmen einen Vertrag mit der UN geschlossen, der vorsieht, 500 weitere MPCs in Bangladesch zu installieren. Und anschließend sollen die Filter möglichst auch noch in andere Länder kommen. "Die installierten Anlagen sind hoffentlich der erste Schritt dahin, ähnliche Strukturen auch in anderen Ländern, die begrenzt Zugang zu sauberem Wasser haben, aufzubauen."

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