Bequem unterwegs: Falt-Rad lädt sich beim Treten selbst auf

Bequem unterwegs: Falt-Rad lädt sich beim Treten selbst auf

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Klein faltbar und dann auch noch selbstladend: Das Vello bringt für ein Mini-Rad viel mit. (Alle Fotos: Vello Bike)

von Angela Schmid

Das Vello Bike lädt sich selbst und ist extrem klein zusammenfaltbar - gerade in Städten kann es so punkten.

Ein Start-up aus Wien hat das weltweit erste selbstladende Elektro-Faltrad entwickelt, das sich allein durchs Treten aufladen lässt. Im April des kommenden Jahres soll das "Vello Bike" auf den Markt kommen. Hinter der genialen Idee stecken die Tüftler Valerie Wolff und Valentin Vodev.

Die beiden Fahrradliebhaber brachten bereits vor zwei Jahren ein ungewöhnliches Faltrad auf den Markt. Dazu entwickelten sie eine in der Branche völlig neue Faltung, für sie ein Patent anmeldeten. "Wir wollten die einfachste Faltung auf der Welt entwickeln, ohne dabei auf Fahrkomfort und Leistung verzichten zu müssen", erklärt Vedov.

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Daher ist die Faltung nicht wie üblicherweise in der Mitte am Rahmen, das die Rahmengeometrie und das Fahrverhalten beeinträchtigt – sie ist am hinteren Rahmenteil, an dem das Drehgelenk der Federung platziert ist. "Es ist sehr ähnlich wie die Federung von einem Mountainbike, nur eben faltbar."

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Zeichnung des Vello Bikes.

Der hintere Magnet-Stoßdämpfer lässt sich mit entgegenwirkenden Kräften öffnen, dadurch kann das Hinterrad nach vorne gebracht werden. Eine vollständige Faltung wird durch eine dreifach gesicherte faltbare Vordergabel ermöglicht, die einfach zu öffnen ist. "Dadurch knickt das Vorderrad ein und schmiegt sich elegant ans andere Rad an", so der Industriedesigner, der sich schon während des Studiums ausschließlich für Mobilitätsprodukte interessierte.  In der Faltradkategorie 20-Zoll-Räder sei das Vello das am Kleinsten faltbare Rad (Maße 53x72x23 cm), erklärt er stolz.

Einfache elektrische Hilfe

Jetzt haben die beiden Gründer das Rad auch noch elektrisiert. Und zwar mit einem einzigartigen Elektroantrieb, der es vor allem für die Stadt zum idealen Fortbewegungsmittel macht, da es sich leicht im Kofferraum oder auch in einer kleinen Wohnung verstauen lässt.

Eingesetzt wird dafür ein Energierückgewinnungssystem, das normalerweise im Rennsport verwendet wird. Die intelligente Antriebstechnik K.E.R.S (Kinetic Energy Recovery System) wandelt die mechanische Energie in elektrische um.

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Auch in den Kofferaum passt das Rad unproblematisch.

Genutzt wird dies zum Speichern von Energie, die beim Bergabfahren oder beim Bremsen entsteht. Geht es bergauf, unterstützt der Akku den Fahrer mit bis zu 160 Watt. Das 3-in-1 System (Motor, Akku und Elektronik) wiegt knapp über drei Kilo und befindet sich in der Hinternabe vom Laufrad. Über Bluetooth kann die Batterielaufzeit, Route und verschiedene Stufen für die Tretunterstützung kontrolliert werden.  

"Was mich schon immer fasziniert hat war die Mikromobilität und die verschiedenen Arten der Fortbewegung in Städten. In den Studienzeiten entstanden auch Dreiräder (Biquattro) und Fahrräder", erklärt Vedov. Nach dem Studium in Wien an der Universität für angewandte Kunst und in London an der Royal College of Art und zwei Magisterabschlüsse, eröffnete er ein Designstudio und entwickelt seitdem neue Designkonzepte für Räder oder Elektro-Mopeds. "Ich bin sehr hands-on, ich entwickle die Sachen nicht nur am Computer, ich baue die dann auch selbst in unserer Prototypenwerkstatt."

Sein Vello-Bike entwickelte er speziell für eine Reise nach Kuba im Jahr 2010. "Ich wollte ein Faltrad, aber nicht eines von der Stange. Es sollte leicht sein, gut fahren, das ich im Koffer stecken kann -  ich habe hohe Ansprüche, und so habe ich einfach drei Räder selber gemacht und bin mit meinen Freunden hingeflogen", erzählt der innovative Gründer. "Wir haben dann die Insel nur per Rad erkundet, es war eine perfekte Reise und eine tolle Inspiration."

Ausgezeichnetes Design 

Bicycle House Fahrradfreundlicher Wohnraum für Malmö

In Schweden entsteht ein Wohnhaus, das baulich speziell auf Radfahrer zugeschnitten ist. Ähnliche Konzepte gibt es bereits in Berlin.

Ende des Jahres sollen die ersten Bewohner in Malmös Fahrradhaus einziehen. (Foto: Hauschild + Siegel)

Aus dem perfekten Rad für den privaten Urlaubs-Trip entstand das jetzige Vello, das mit dem Red Dot Design Award für höchste Qualität und wegweisende Gestaltung ausgezeichnet wurde. Ein Ritterschlag in der Branche. Das elektrische Faltrad zählt damit international zu den Spitzenreitern. Eine Kampagne über die Crowdfunding Plattform Kickstarter spielte zudem eine halbe Million Euro ein. Der Preis liegt bei rund 1000 Euro, je nach Ausstattung auch höher.

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