BMW: Die Zahlen sind glänzend, die Umweltbilanz auch?

BMW: Die Zahlen sind glänzend, die Umweltbilanz auch?

von Jürgen Rees

BMW legt seine Geschäftszahlen vor. 2012 war demnach ein voller Erfolg. Hier sind zehn Gründe, warum das in Zukunft auch für die Ökobilanz gelten könnte.

Am Dienstag hat BMW seine Geschäftszahlen für das Jahr 2012 präsentiert. Das Ergebnis: Die Rekordsumme von knapp acht Milliarden Euro hat der bayrische Autohersteller im vergangenen Jahr verdient. Und das trotz schwieriger Rahmenbedingungen. In Europa vermiest die Finanzkrise den Autoherstellern das Geschäft. Weltweit üben schärfere Bestimmungen zum Flottenverbrauch, Treibhausgas- und Lärmemissionen Druck auf die Autohersteller aus.

In diesem schwierigen Umfeld ist es BMW gelungen, neben Toyota als umweltfreundlichster und nachhaltigster Hersteller aufzusteigen. Die Experten der Münchner Ratingagentur Oekom Research sehen BMW in einem aktuellen Nachhaltigkeits-Ranking unter 32 Automobil-Unternehmen ganz vorne. Das zeigt deutlich: Das Markenimage aus Ökologie und Freude am Fahren sorgt für satte Gewinne.

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Zehn strategische Faktoren bestimmen dabei die Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns - einige von ihnen sind auch der Grund dafür, dass die Kunden dem Autobauer sein nachhaltiges Image abnehmen. Aber es gibt auch kleine Schatten in der sonst ordentlichen Bilanz:

1. BMW-Unternehmenschef Norbert Reithofer verabschiedete sich trotz internen Widerstands bereits 2009 aus der Formel 1, weil die Sportart nicht mehr zur neuen, ökologischeren Ausrichtung passt.

2. Seit 2009 wirbt BMW sehr erfolgreich mit dem Slogan „Efficient Dynamics“ für die mit Rückgewinnung der Bremsenergie und Start-Stopp-Automatik auf Sparsamkeit getrimmten Serienmodellen. Sie machen vor allem auf dem Prüfstand eine gute Figur, im Alltag brauchen die Fahrzeuge deutlich mehr Treibstoff.

3. BMW betritt Neuland und investiert Milliarden in die Neuentwicklung eines Elektroautos namens i3 mit einer Karosserie aus ultraleichten Karbon-Fasern. Der i3 kommt Ende 2013 auf den Markt.

4. BMW hat nach eigenen Angaben in allen 29 Werken den CO2-Ausstoß beziehungsweise den Verbrauch für Strom, Wasser und Lösemittel zwischen 2006 und 2012 bereits um rund ein Drittel reduziert.

5. Der Erfolg der Elektromobilität ist für BMW ein Muss, denn nur so können die Bayern weiter PS-Protze bauen. Bis 2020 ist BMW gezwungen, den Durchschnittsverbrauch der Neuwagenflotte auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken. Heute sind es durch die vielen großen PS-starken Wagen 145 Gramm CO2 pro Kilometer. Mit konventionellen Mitteln ist gerade einmal ein Wert von 120 Gramm zu erreichen.

6. In Neuwagen bauen die Münchner bereits 15 Prozent recycelte Kunststoffe ein.

7. BMW hat verstanden: Wenn in China, Indien und anderen Wachstumsmärkten immer mehr Autos verkauft werden, kann die Industrie nicht weiter nur Spritfresser anbieten. Politiker werden bald die Emissionsgrenzwerte verschärfen, Städte werden Autos mit Verbrennungsmotor womöglich die Einfahrt verbieten. Deshalb entwickelt BMW alternative Antriebe und macht die vorhandenen effizienter. Deshalb entwickeln die Münchner neuerdings sogar einen Drei-Zylinder-Motor und lassen die alten Sechs-Zylinder-Schluckspechte auslaufen.

8. Bei den Zukunftsthemen Hybridantrieb und Brennstoffzellenauto holt sich BMW-Chef Reithofer über eine Kooperation Unterstützung beim japanischen Hybrid-Pionier Toyota.

9. BMW hat 2012 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung massiv ausgebaut, die Entwicklungskosten liegen mit 3,95 Milliarden satte 17,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

10. Bis Ende 2014 will BMW 25 neue Modelle herausbringen, zehn davon ohne Vorgänger.

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