Britischer Think-Tank: Erneuerbare Energien sind die beste Entwicklungshilfe

Britischer Think-Tank: Erneuerbare Energien sind die beste Entwicklungshilfe

von David Sahay

Hospitäler, Schulen oder Unternehmen – ihren Strombedarf könnten in Afrika künftig vor allem Grünstrom-Anlagen decken.

Elektrizität ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines Landes. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Egal ob Gesundheit, Bildung oder Wirtschaft – Fortschritt braucht Strom.

Vor allem im südlichen Teil von Afrika ist das ein Problem. Etwa 70 Prozent aller Menschen dort haben keinen Zugang zu Energie; sie gelten als energiearm.

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Schnell und günstigEine aktuelle Studie des britischen Umwelt-Think-Tanks Green Alliance hat nun die Situation im subsaharischen Afrika analysiert und kommt zu einem interessanten Ergebnis: Erneuerbare Energien seien nicht nur der schnellste Weg, um die Entwicklung in diesem Teil des Kontinents zu fördern, sondern auch der günstigste.

Dass die Energiearmut eines der drängendsten Probleme in Subsahara-Afrika ist, zeigen ein paar einfache Zahlen: Rund 30 Prozent der Gesundheitseinrichtungen haben keinen Strom. Gleiches gilt für zwei Drittel der Grundschulen. An durchschnittlich 56 Tagen im Jahr fällt der Strom in den Fabriken aus. Diese und weitere Folgen der katastrophal schlechten Stromversorgung zeigt diese Grafik:

Da Energieinfrastruktur wie Stromleitungen teuer sind, fehlt es vor allem auf dem Land an Energie – 80 Prozent der Menschen haben dort keinen Zugang zu Stromquellen. Dezentrale und lokale Elektrizitätslieferanten wie Solaranlagen sind da klar im Vorteil.

Bereits 2030 sei eine Stromversorgung für den Großteil der Menschen im südlichen Afrika aber möglich, wenn man kleinere Netze oder Energiequellen ohne Netzanbindung ausbaue, sagen die Analysten. Eine mögliche Aufteilung der Stromversorgung für das Jahr 2030 zeigt diese Grafik:

Am billigsten wäre laut den Experten eine Kombination aus einem zentralen Stromnetz und kleinen, dezentralen erneuerbaren Energiequellen für den Rest der Bevölkerung. Aufgrund von niedrigeren Betriebskosten für Wind- und Solaranlagen im Vergleich mit Dieselgeneratoren zum Beispiel sei das die langfristig günstigste Lösung.

Die folgende Grafik zeigt einen Vergleich der verschiedenen Energiequellen anhand der jährlichen Betriebskosten eines Krankenhauses:

Gut zu erkennen ist, dass die Erneuerbaren jährlich nicht einmal halb so hohe Kosten verursachen wie die derzeit oftmals verwendeten Dieselgeneratoren. Der Grund: Der Treibstoff muss über viele Kilometer herangeschafft werden und ist deshalb entsprechend teuer. Eine Kilowattstunde Dieselstrom schlägt teilweise mit 50 Eurocent bis zu 2,50 Euro zu Buche.

Umgerechnet 30 Milliarden Euro soll der Ausbau der Stromversorgung in Afrika jährlich kosten. Lediglich die Hälfte der Finanzierung sei bisher von den afrikanischen Staaten eingeplant. Die genauen Berechnungen für ihr Szenario bleiben die Green-Alliance-Experten allerdings schuldig

Ob auch die andere Hälfte des benötigten Geldes zusammenkommt, bleibt abzuwarten. Weil Afrika als Wachstumsmarkt zunehmend attraktiver wird, scheint die Lage jedoch nicht hoffnungslos. So schlug die britische Labour-Partei zuletzt vor, dass Patenstädte in Europa Energieprojekte in Subsahara-Afrika unterstützen. Das wäre zumindest ein Anfang.

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