Bundesnetzagentur: Genug Kraftwerks-Reserven für die kommenden Winter

Bundesnetzagentur: Genug Kraftwerks-Reserven für die kommenden Winter

von Peter Vollmer

Die Energiewende geht weiter: Ein Abkommen mit Österreich soll künftig einige Reservekraftwerke überflüssig machen.

Die Energiewende geht weiter: Auch wenn der Netzausbau nur langsam vorangeht, die Bundesnetzagentur bleibt entspannt. Für den Winter 2016/2017 betrage der sogenannte Netzreservebedarf 5400 Megawatt, gab sie in einer Pressemeldung bekannt: "Die Vorhaltung dieser Kraftwerksleistung dient dazu, Überlastungen im Übertragungsnetz zu verhindern, die aufgrund des noch unzureichenden Netzausbaus bestehen."

Im Netz kommt es immer wieder zu Ungleichgewichten: Händler kaufen beispielsweise günstigen Windstrom aus dem Norden, der die Abnehmer im Süden aber gar nicht erreichen kann. Dann müssen die Windräder im Norden abgeregelt und im Zweifel fossile Kraftwerke im Süden hochgefahren werden. Redispatch heißt dieses Vorgehen (und ist nicht ganz günstig).

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In kritischen Netzsituation reichen jedoch sogar diese Kraftwerke nicht immer als Reserve - und dann muss auf Strom aus dem Ausland zurückgegriffen werden. (Das ist in Deutschland seltener der Fall, mehr Strom wird exportiert - etwa wenn Kohlekraftwerke in Polen im Sommer nicht mehr gekühlt werden können, Deutschland aber viel Wind- und Sonnenstrom produziert.) Deswegen organisieren die Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur eine Reserve.

Für die Regierung bedeutet das nun mit Blick auf einen möglichen Kohleausstieg, dass sie weiß, welche Kraftwerke weiterhin für schwierige Phasen benötigt werden. Und das werden wohl weniger werden: Für 2018/2019 liege der Netzreservebedarf bei nur 1900 Megawatt. Denn die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass dann ein Engpassmanagementverfahren zwischen dem deutschen und dem österreichischen Übertragungsnetz etabliert sein wird. Exportspitzen zwischen Österreich und Deutschland, die aktuell gefährliche Netzengpässe verursachen, werden damit verhindert.

Ganz ausgemachte Sache sei die bessere Abstimmung zwischen den Nachbarn aber noch nicht, berichtet Reuters - Gespräche liefern noch, "da Regierungen, Händler, Nachbarstaaten und andere Interessengruppen im Bereich des Energietransports sowie industrielle Abnehmer derzeit noch uneinig über die Vor- und Nachteile sind."

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