Carbonfahrrad: Neuartiger Rahmen ist so leicht wie ein iPad

Carbonfahrrad: Neuartiger Rahmen ist so leicht wie ein iPad

von Felix Ehrenfried

Amerikanische Tüftler haben einen Fahrradrahmen entwickelt, der nur 750 Gramm wiegt.

750 Gramm, das ist so viel wie ein altes iPad mit Hülle wiegt - oder der neue Rahmen der Fahrradspezialisten von Kovit Cycles. Der Rahmen, den die US-Radschmiede auf der Interbike in Las Vegas präsentierte, könnte man als Carbonbauteil 2.0 bezeichnen.

Denn der Rahmen besteht nicht wie üblich aus Rohren, sondern lediglich aus einer Art Carbon-Gerippe. Die Entwickler haben ihn so auf das absolut notwendige reduziert.

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Experten des amerikanischen Fahrradblogs Bike Rumor beschreiben den Aufbau des Rahmens als "spiralförmig zusammengesetzte Stränge, die um gerade Stränge gewebt werden." Diese seien derart verflochten, dass sie sich pyramidenförmig ergänzen. Dieser Aufbau sorge dafür, dass der Rahmen trotz des minimalen Gewichts ein Maximum an Verwindungssteifigkeit und Robustheit mit sich bringe.

Damit hätten die Entwickler bei Kovit dem ohnehin schon leichten Werkstoff Carbon weiteres Gewicht abgerungen, ohne dabei die Stabilität zu beeinflussen. Einen weiteren Vorteil des Rahmens sehen die Fachleute von Bike Rumor in der Reparaturfreundlichkeit der Konstruktionsweise.

Ist eine der Streben beschädigt, führe das nicht automatisch dazu, dass der ganze Rahmen kaputt sei. Denn das ist bei gewöhnlichen Rahmen aus Kohlenstoff der Fall: Eine Beschädigung kann dazu führen, dass das gesamte Fahrrad instabil wird.

Reparaturfreundlich und leichtDer Preis für den neuen Rahmen von KovitBicycles ist mit 3500 US-Dollar (rund 2600 Euro) zwar hoch. Berücksichtigt man allerdings, dass es dafür den wohl derzeit leichtesten Fahrradrahmen der Welt gibt, inklusive futuristischem Aussehen, relativieren sich die Kosten.

Wer mit dem Rahmen allerdings ein superleichtes Renn-oder Mountainbike zusammenstellen will, ist mit den passenden Komponenten wie Lenker, Schaltung und Bremsen schnell bei 5000 Euro angelangt. Das dürfte dann eher etwas für ambitionierte Radler mit größerem Geldbeutel sein.

Kovit zeigt mit dem Geripperahmen, was mit Carbon alles möglich ist. Sollte sich die Konstruktion dabei im Alltagstest als ausreichend robust erweisen, könnte die Technik auch für Autobauer interessant werden.

Denn die müssen bei der zunehmenden Elektrifizierung ihres Produktsortiments immer mehr auf das Gewicht achten, um die Reichweite der Stromer zu erhöhen. BMW hat es mit seinem i3 vorgemacht - der Stromer besitzt eine Karosserie, die in großen Teilen aus Carbon besteht. Weniger Gewicht ist gleich mehr Reichweite, lautet die einfache Rechnung.

Wann der Rahmen von Kovit auf den Markt kommt, ist bisher nicht bekannt. Ebenso wenig ist klar, ob er auch in Deutschland erhältlich sein wird.

Wer jetzt schon ein leichtes, extravagantes Rad sucht, der sollte einen Blick auf das dänische Start-Up E-Wheels werfen. Das Unternehmen vertreibt seit kurzem das erste E-Bike mit Bambusrahmen, "The Beast" genannt. Wer ohne Elektroantrieb radeln will, kann sich wiederum beim Startup Bamboocycles ein Fahrrad aus dem gleichen Werkstoff bestellen. Beide Unternehmen sind bereits am Markt aktiv. Ein weiterer Vorteil: Ihre Räder kosten weniger als der Rahmen von Kovitbicycles.

Hier noch ein Video des neuen Superrahmens im Einsatz:



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