Design-Kraftwerk: Dieser Solarbaum kommt aus dem 3D-Drucker

Design-Kraftwerk: Dieser Solarbaum kommt aus dem 3D-Drucker

von Peter Vollmer

Finnische Forscher haben einen Solarbaum entwickelt, der aus echtem Holz besteht – und Solarzellen, die Strom erzeugen.

Jeder Baum produziert Energie, die er für sein Wachstum nutzt. Was wir für normal erachten, ist technisch bisher aber kaum nachzubilden. Wissenschaftler der finnischen Forschungsorganisation VTT wollen das aber nun zumindest in Ansätzen schaffen.

Sie haben einen Baum im Topfpflanzenformat entwickelt, dessen Blätter Solarzellen enthalten. Daneben hat die Pflanze allerdings noch weitere Eigenschaften, die sie für einen breiteren Markt interessant machen könnten.

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Mit ihren Solar-Blättern lässt sich derzeit maximal ein Smartphone aufladen – da wäre der Ökostrom aus der Steckdose naheliegender. Allerdings arbeiten die Forscher daran, mit den Blättern auch kinetische Energie umzusetzen. Damit wäre zum Beispiel der für echte Pflanzen eher ungünstige Platz auf der Heizung durch die aufsteigende Luft plötzlich sinnvoll genutzt.

Ein Energiekonverter soll nämlich Vibrationen und sogar Temperaturschwankungen in Strom wandeln können. Derzeit ist eine solche Kombination verschiedener Energiearten noch ein Randthema der Stromgewinnung.

Holz-Stamm aus dem 3D-DruckerNoch interessanter hingegen ist, dass die VTT-Forscher alle Nicht-Solar-Teile der Pflanze per 3D-Drucker hergestellt haben. Ginge die Pflanze in Serie, müssten somit nur die Solar-Blätter und Kabel versandt werden, alles andere käme – ohne Verpackung und Transport – aus dem eigenen 3D-Drucker.

Der Baum besteht dabei nicht aus Kunststoff, sondern aus einem holzbasierten Biomaterial. Der Baumstamm aus dem 3D-Drucker ist also tatsächlich aus Holz.

Auch die kleinen organischen Solarpanels auf den Blättern sind mit einer Drucktechnologie aufgetragen, die laut VTT eine effizientere Fertigung ermöglicht. Die Plastiksolarzellen haben zwar nicht den Wirkungsgrad, den etwa herkömmliche auf Silizium basierende Zellen aufweisen. Dafür sind sie günstiger herzustellen.

Da organische Solarzellen ohnehin auf Rollen gedruckt werden, sollen sie sich leicht mit der transparenten Kunststoff-Rolle verbinden lassen, auf der die lila Blätter aufgedruckt sind.

Und im Falle des Prototypen soll die ganze Pflanze sogar recycelbar sein. 200 dieser Solar-Blätter können bei gutem Wetter laut VTT für rund 10,4 Watt Leistung sorgen. Zum Vergleich: Ein sparsamer Laptop braucht 45 Watt. Allerdings sind die Forscher optimistisch, die Ausbeute noch steigern zu können.

Wie das Bäumchen aussieht, zeigt dieses Video:



Die im Video genannte Vision eines ganzen Waldes dürfte wohl eine Vision bleiben, sollten die Forscher die Effektivität der kleinen Bäumchen nicht drastisch verbessern können. Auf Bürotischen oder in Schaufenstern könnte das Deko-Kraftwerk allerdings eine Zukunft haben.

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