Deutsch-Ägyptische Innovation: Stahlfassaden gewinnen Strom dank Solarfolie

Deutsch-Ägyptische Innovation: Stahlfassaden gewinnen Strom dank Solarfolie

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So sieht die Folie auf Stahlelementen aus. (Foto: Kandil Steel)

von Wolfgang Kempkens

Ein ägyptisches Stahlunternehmen rüstet seine Produkte nun mit deutschen Solarfolien aus. Das dürfte sich finanziell schon bald lohnen.

Kandil Steel, der größte ägyptische Hersteller von beschichteten Stahlprodukten, erweitert seine Palette. Künftig wird das Unternehmen stählerne Fassadenelemente anbieten, die mit organischen Solarzellfilmen beklebt sind.

Die ersten Elemente dieser Art hat das Unternehmen jetzt an einer Lagerhalle am Hauptsitz in Kairo installiert. Den Strom erzeugenden HeliaFilm lieferte das Dresdner Unternehmen Heliatek. Insgesamt erhielt Kandil Steel 20 Quadratmeter Solarzellen mit einer Spitzenleistung von relativ bescheidenen 1,2 Kilowatt. Die Hälfte davon klebt an der Lagerhalle. Den Rest will der Stahlveredler an einem anderen seiner Gebäude anbringen.

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"Wir wollen testen, wie sich unser HeliaFilm unter der intensiven ägyptischen Sonne hält", so ein Sprecher. Dabei man sich keine Sorgen. Dem Strom erzeugenden Kunststoff machen hohe Temperaturen nichts aus. Anders als die meisten konventionellen Solarzellen verringert sich der Wirkungsgrad bei Erwärmung kaum.

Ziel von Kandil Steel ist es, eine Serienfertigung von Strom erzeugenden Fassadenelementen aus Stahl aufzubauen. "Es ist ein wichtiger Schritt unserer Strategie, dezentrale Energiegewinnung an Gebäuden weltweit verfügbar zu machen", so Thibaud Le Séguillon, CEO bei Heliatek. Bis 2018 soll in Dresden eine industrielle Produktionsanlage zur Herstellung von HeliaFilm-Solarzellen aufgebaut werden.

Erneuerbare profitieren von Wegfall von Subventionen

In Ägypten steigt das Interesse, da der Strompreis wegen wegfallender Subventionen künftig steigen dürfte. Die dezentrale Energieerzeugung könnte ein Ausweg sein. Denn organische Solarzellen sind erheblich preiswerter herzustellen als die bisher üblichen. Entsprechend günstig ist der erzeugte Strom, vor allem in sonnenintensiven Ländern wie Ägypten.

Aber auch in unseren Breitengraden kann sich das lohnen: Auch eine gerade in Betrieb genommene Biogasanlage in Bergheim-Paffendorf erzeugt nebenbei Solarstrom. Heliatek beklebte insgesamt 95 Quadratmeter Fassadenfläche der Fermenter, in denen das Gas erzeugt wird. Die Spitzenleistung beträgt 5,4 Kilowatt.

Betreiber der Solarzellen ist der Essener Energieversorger RWE. Die Dresdner konnten ihn vor allem durch ein Argument überzeugen: Auch bei schlechtem Lichteinfall wie auf den senkrechten Fermenterwänden liefert HeliaFilm noch vergleichsweise viel Strom.

Vor einem Jahr rüstete Heliatek die Fassaden von fünf Gebäuden und das Dach über einem Fußweg mit organischen Solarzellen aus. Auch der belgische Pavillon auf der Weltausstellung in Mailand im vergangenen Jahr produzierte mit HeliaFilm-Elementen auf dem Dach Strom.

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