Dominikanische Republik: Turbo-Energiewende könnte Milliarden sparen

Dominikanische Republik: Turbo-Energiewende könnte Milliarden sparen

von Wolfgang Kempkens

Eine Energiewende in der Dominikanischen Republik würde das Klima und die Staatskasse entlasten.

Costa Rica, Dänemark oder Island machen es vor: Einzelne Staaten lassen sich ausschließlich oder weitgehend mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen.

Dass dies auch für andere Staaten möglich ist, geht nun auch aus einer Studie der weltweit tätigen Umweltforschungseinrichtung Worldwatch Institute hervor. Voraussetzung ist ein besonders gutes Wind- und Solarangebot.

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Die Worldwatch-Experten haben das Potenzial der Dominikanischen Republik untersucht. Das Urlaubsland im Atlantik wird derzeit vor allem von Dieselaggregaten versorgt. Angesichts der hohen Treibstoff- und Transportkosten wäre ein Umschwenken auf erneuerbare Energien nicht nur möglich, sondern auch günstiger. Bis zum Jahr 2030 würde die Dominikanische Republik rund 25 Milliarden US-Dollar einsparen.

Allerdings müsste sie bis zu diesem Zeitpunkt in Wind- und Solarkraftwerke sowie Großbatterien zur zwischenzeitlichen Pufferung von Strom investieren – 78 Milliarden US-Dollar würden hier anfallen, haben die Forscher berechnet.

Angesichts der Ersparnis sei das durchaus tragbar, finden die Autoren der Studie. Das Land könnte sich dann zu 85 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen. Den Rest sollen vor allem Wasser- und Biomassekraftwerke liefern, die mit Bagasse betrieben werden - einem faserigen Überbleibsel bei der Herstellung von Zucker aus Zuckerrohr, dem wichtigsten Agrarprodukt des Landes.

Bisher versorgt sich das Land mit rund elf Millionen Einwohnern zu 85 Prozent auf fossiler Basis. Den Rest liefern ein Windgenerator und rund 300 kleine Solarkraftwerke.

12.500 neue Stellen im Energiesektor

Worldwatch schlägt den Bau von Windkraftwerken mit einer Leistung von 4205 Megawatt und von Solaranlagen mit 4708 Megawatt vor. Das würde die Kohlendioxidemissionen um drei Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren und 12.500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Das neue Energieversorgungssystem solle dezentral organisiert werden, um die Netzverluste zu verringern, die derzeit bei 32 Prozent liegen. Im Vergleich zu 2010 würde das neue Versorgungssystem den Strompreis um 40 Prozent drücken. Dann könnten sich, anders als heute, alle Bürger des Landes unsubventionierten Strom leisten. Heute zahlt das Land jährlich eine Milliarde Dollar an solchen Subventionen.

„Unsere Studie zeigt, dass es eine Alternative zur jetzigen Stromversorgung gibt, die sozialverträglich, wirtschaftlich und umweltfreundlich ist“, sagt Worldwatch-Direktor Alexander Ochs. Dabei seien die Kosten durch die Verschmutzung von Luft und Wasser noch gar nicht berücksichtigt. Ochs glaubt, das sein Plan Chancen hat, realisiert zu werden. „In der Dominikanischen Republik findet derzeit ein Paradigmenwechsel statt“, so seine Beobachtung.

Das bisher umfassendste Erneuerbare-Energien-Projekt realisieren derzeit das Berliner Unternehmen Younicos und der Schweizer Batteriehersteller Leclanché. Die Azoreninsel Garciosa wird künftig ausschließlich mit Solar- und Windstrom versorgt. Versorgungslücken überbrückt eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Leistung von 2,8 Megawatt.



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