Drohnen statt LKW: Norwegischer Multikopter trägt über 60 Kilo

Drohnen statt LKW: Norwegischer Multikopter trägt über 60 Kilo

von Wolfgang Kempkens

Rekord: Ein Multikopter hat 61 Kilo gehoben. Leistungsfähigere Akkus würden ganz neue Transportmöglichkeiten bieten.

Zahlreiche Unternehmen, darunter die Deutsche Post, experimentieren mit Drohnen als Paketbotenersatz. Allerdings haben die kleinen Flieger noch Probleme mit zu schweren Gewichten: Entweder schaffen es die Rotoren nicht, das Gepäck in die Luft zu heben, oder die Akkus sind leer, ehe die Ladung am Bestimmungsort ist.

Ingenieure an der Universität der norwegischen Hauptstadt Oslo haben jetzt bewiesen, dass das Gewicht der Fracht künftig kein Problem mehr sein dürfte - und damit einen Weltrekord aufgestellt: Ihr Multikopter hievte 61 Kilogramm auf eine Höhe von rund einem Meter.

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Nach 37 Sekunden waren die Batterien allerdings so leer, dass die Forscher das Vehikel landen ließen, um einen Absturz zu vermeiden. Trotzdem gab es für diesen Kurzflug einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Immerhin ist es ein Anfang auf dem langen Weg zum automatischen Lufttransport von schweren Gütern.

Der Multikopter besteht aus acht Hexakoptern, das sind Drohnen mit sechs elektrisch angetriebenen Rotoren. Ihr Geräusch erinnert an das eines Bienenschwarms. Diese Drohnen befestigten die Osloer Ingenieure an einem achteckigen Gestänge. Jede Einheit besitzt eine eigene Stromversorgung und Steuerelektronik. 18 Monate lang arbeitete die Gruppe an der Rekord-Drohne, die aus Alumiumprofilen und Sperrholz besteht.

Krankentransport per Multikopter rückt näherPreiswerte Rotoren und Motoren laden Drohnenbauer in aller Welt ein, immer leistungsfähigere Fluggeräte zu bauen. Das Problem bleibt die Stromversorgung. Und beliebig groß dürfen sie auch nicht werden, weil sie dann keine Erlaubnis mehr haben; unbemannt durch die Luft zu flitzen. Ab einer bestimmten Größe benötigen sie eine Zulassung des zuständigen Luftfahrtamtes.

Mit Drohnen, die schwere Gewichte tragen können, lassen sich, wenn die Energieversorgung für einige Minuten gelingt, beispielsweise Verletzte bergen, die in unzugänglichen Regionen verunglückt sind. Oder Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen, die durch eine Umweltkatastrophe von der Umwelt abgeschnitten sind.

Den kompletten Testflug können Sie in diesem Video sehen:

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