E-Bike: Chinesen bauen Fahrrad mit Internetzugang

E-Bike: Chinesen bauen Fahrrad mit Internetzugang

von Tobias Finger

Das chinesische Unternehmen Qoros hat ein neues E-Bike vorgestellt. Ein integrierter Tablet-Computer soll das Rad besonders attraktiv machen.

Zum diesjährigen Genfer Autosalon hat die chinesische Autoschmiede Qoros nicht nur ihr neuestes Pkw-Modell mitgebracht, sondern auch eine kleine Überraschung. Klein kann man hier wörtlich verstehen, denn es handelt sich um ein E-Bike. "Ebique Concept"  heißt es, und ist mit einigen spannenden Features ausgestattet. 

Mit seinem Konzept will das Unternehmen Pendlern, aber auch Mountainbikern und Stadtradlern eine Alternative an die Hand geben. Gerade in China könnte sich das für den überlasteten öffentlichen Nahverkehr und die chronisch verschmutzte Luft auszahlen.

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Entworfen für den StadtverkehrWer sich auf das 49 Kilogramm (!) schwere Zweirad - das optisch eher einer Motocross-Maschine ähnelt - einlässt, trifft auf eine große Auswahl an Fortbewegungsmodi: Auf der ersten Stufe kann man zwischen Pedalantrieb durch Muskelkraft, Treten mit Unterstützung des eingebauten E-Motors, oder reiner Motorleistung wählen.

Wenn man sich für den Elektroantrieb ohne eigenes Zutun entscheidet, gibt es auf der zweiten Stufe noch die Optionen Street, Eco und Power. Diese unterscheiden sich wie erwartet in Leistung und maximaler Geschwindigkeit.

Street, der Modus für urbanes Gelände mit vielen Stops und geringen Geschwindigkeiten, bringt 0,25 PS auf die Straße, die für bis zu 25 Kilometer die Stunde reichen. Eco- und Powermodus sind auf längere Strecken ausgelegt und erlauben bis zu 60 respektive 65 Kilometer die Stunde.

Angetrieben wird der kleine E-Motor von einer 1,3 Kilowattstunden starken Batterie, die Reichweiten zwischen 80 und 120 Kilometern zulässt und innerhalb von 80 Minuten geladen werden kann - an jeder Steckdose.

Infotainment mit an BordDoch das „Ebiqe Concept“ überzeugt nicht nur durch Leistung. Das spannendste Feature befindet sich am Lenker, hat einen fünf Zoll Durchmesser und einen Touchscreen: Qoros spendiert seinem Zweirad ein Infotainmentsystem, mit dem der Fahrer Bordinfos und -werte wie Reifendruck und Batterielaufzeit abrufen, ins Internet gehen, und das E-Bike „abschließen“ kann.

Diese Funktion macht ein Fingerabdruckscanner möglich, der das Rad auch für Bike-Sharing-Konzepte hochinteressant macht. Eine Navigationssoftware ist ebenfalls installiert, auch die Verbindung mit dem eigenen Smartphone ist möglich. Jegliche Verbindung läuft über eine Einbindung in die hauseigene "Qoros-Cloud", in die auch die Pkw-Modelle der Chinesen eingeklinkt sind.

Qoros legt mit dem „Ebiqe“ ein innovatives Konzept vor, dass viele Interessen und Kundenwünsche bedient. Die wichtigste Frage ist allerdings: Wie viele Städter wollen es sich antun, bei 50 Kilogramm Gewicht selbst in die Pedale zu treten? Da scheint eine Elektrovespa fast attraktiver.

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