"Efficiency Run" für LKW: Daimler zeigt CO2-Einsparpotenzial auf

"Efficiency Run" für LKW: Daimler zeigt CO2-Einsparpotenzial auf

von Angela Schmid

Mit einem Feldversuch zeigt Daimler: Es gibt noch CO2-Einsparpotenzial bei LKW.

Die Autobranche steht unter Druck. Die EU fordert eine CO2-Reduzierung von 30 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2005. Für Deutschland sind sogar 40 Prozent in der Diskussion. Um dem Ziel ein wenig näher zu kommen, hat "Mercedes-Benz Trucks" einen sogenannten "Efficiency Run" für Lkw durchgeführt. Übersetzt heißt das so viel wie: Alles auf Herz und Nieren prüfen.

Neben der Zugmaschine wurden der Auflieger in punkto Maße, Gewichte, Luftwiderstand, Leichtbau sowie die Reifen im Hinblick auf Rollwiderstand und Luftdruck überprüft. Aber auch der Fahrbetrieb, die Infrastruktur und das Thema Flottenerneuerung wurden unter dem Gesichtspunkt der CO2-Reduzeirung im wahrsten Sinne des Wortes auf den Prüfstand gestellt.

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Das Ergebnis: Mercedes-Benz hat Einsparmöglichkeiten von zwölf bis 14 Prozent nachgewiesen. "Das ist ein enormer Schritt nach vorne", so Daimler-Vorstand Dr. Wolfgang Bernhard. Für ihn steht damit fest, dass es zur Reduzierung von Kohlendioxid im Straßengüterverkehr nicht reicht, nur beim Motor anzusetzen. Bernhard: "Um zukünftig CO2-Emissionen auf wirtschaftliche Weise noch deutlicher senken zu können, müssen Politik und Transportbranche ganzheitlicher denken und Kräfte bündeln."

Ein Ansatz mit Potenzial. Denn allein 2014 wurden rund drei Milliarden Tonnen an Gütern mit Lkw befördert. Dieses Jahr soll die Zahl noch steigen. Der "Efficiency Run" hat einen entscheidenden Vorteil. Die Technik ist bereits verfügbar. "Wir glauben, dass sich das sehr schnell amortisieren kann, dass es sich auch für die Logistik-Unternehmer sehr schnell rechnen kann. Und dass es im Prinzip ein guter und praxisnaher Weg ist", so Bernhard.

Große Logistiker an BordDie Testreihe hat Daimler Trucks zusammen mit den führenden deutschen Logistik-Unternehmen DB Schenker Logistics, Große-Vehne und Elflein durchgeführt. Dabei wurde unter realistischen Bedingungen auf typischen Routen und mit typischen Beladungen gearbeitet. Optimiert wurde ein Mercedes-Benz Actros Standard-Sattelzug.

Während des Feldversuchs protokollierten die beifahrenden DEKRA-Prüfingenieure sämtliche Ereignisse wie Staus, Ampelstopps, Rangiermanöver, Leerfahrten oder "Windschattenfahren", um die Relevanz von Fremdeinflüssen bewerten zu können. Besonderes Augenmerk galt der präzisen Ermittlung des Treibstoffverbrauchs. Während der Versuchsreihe betankte ein geeichtes Tankfahrzeug die Lkw, um jeweils gleiche Kraftstoffqualität und -temperatur zu gewährleisten.

Untersucht wurde ebenfalls das Potenzial des Lang-Lkw, der einen Verbrauchsvorteil von rund 17 Prozent erzielte. "Unser Test bestätigt zudem die Formel, dass zwei Lang-Lkw die Transportaufgaben von drei konventionellen Sattelzügen erbringen können – und zwar wesentlich effizienter und ressourcenschonender", so Bernhard. Nicht nur die EU, auch die Kunden sind Treiber dieser Entwicklung. Da die Treibstoffkosten fast ein Drittel der Gesamtbetriebskosten ausmachen, sind Spritschlucker zunehmend unbeliebter.

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