Eigenheim: Thermoplatten machen Heizkörper überflüssig

Eigenheim: Thermoplatten machen Heizkörper überflüssig

von Wolfgang Kempkens

Ein Erfinder und ein Architekt wollen mit Thermoplatten die Gebäudeheizung revolutionieren - und massenhaft Energie und Geld sparen.

Wenn es nach Gottfried Klingberg aus Überherrn im Saarland und dem Berliner Architekten Christoph Schwan geht erlebt das Heizen mit Strom eine Renaissance. Die beiden wollen Alt-  und Neubauten mit Termoplatten ausstatten, die Heizkörper und dicke Styropor-Außendämmschichten überflüssig machen.

Außerdem soll der Energiebedarf um mindestens zwei Drittel sinken. Selbst wenn die Stromversorger keine Sondertarife anbieten wird eine 100 Quadratmeter große Wohnung pro Jahr gerade mal 250 Euro an Heizkosten verschlingen. Das ist etwa so viel wie das so genannte Drei-Liter-Haus, wie Gebäude mit dem höchsten Dämmstandard genannt werden. Diese verbrauchen pro Jahr und Quadratmeter drei Liter Heizöl.

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Die wärmende Folie kann auch mit Solarstrom vom eigenen Dach betrieben werden, in Kombination mit einer Pufferbatterie sogar dann, wenn die Sonne längst untergegangen ist.

Die Produktion der Termoplatte, die ohne „h“ geschrieben wird, um sie von anderen Thermoprodukten zu unterscheiden, soll Ende dieses Jahres beginnen, verspricht der Erfinder Klingberg. Es handelt sich um Gipsfaserplatten, in die eine Heizfolie eingebettet ist. Diese wird über einen Transformator an eine Spannungsquelle mit zwölf Volt angeschlossen.

Weniger Staub, weniger Renovier-BedarfEine hoch glänzende Aluminiumfolie, die auf die Rückseite geklebt wird, sorgt dafür, dass die Wärme, die in der Platte entsteht, in den Raum zurückgeworfen wird. Ganze drei Prozent landen in der Wand, die dadurch dauerhaft trocken gehalten wird.

Mit den Termoplatten werden nur die Außenwände verkleidet. Der durchfließende Strom erwärmt sie auf etwa 22 Grad Celsius. Die Raumtemperatur liegt dann bei 20 bis 21 Grad, genug, um sich wohl zu fühlen. Dieses Gefühl wird bei normalen Heizungen erst bei 22 bis 24 Grad erreicht.

Wandheizungen haben noch zusätzliche Vorteile. Weil sie keine Luft umwälzen, bleiben die Räume praktisch staubfrei. Es muss seltener renoviert werden, weil es keine Verfärbungen der Wände gibt, wie sie oberhalb von Heizkörpern wegen der aufsteigenden Luft üblich sind.

In mehreren Alt- und Neubauten haben Klingberg und Schwan ihr Heizsystem bereits getestet. Jetzt verhandeln sie mit Plattenherstellern über die Produktionsmodalitäten. Wie teuer die Platten sind, steht noch nicht fest. Immerhin spart man den Innenputz. Nach dem Verlegen der Platten kann die Fläche gleich beklebt werden.

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