Elektro-Dreirad: Kunden testen Toyotas neues Großstadt-Mobil

Elektro-Dreirad: Kunden testen Toyotas neues Großstadt-Mobil

von Jan Willmroth

Drei Räder, drei Meter Wendekreis, Lenkung hinten: Toyota schickt sich an, ein völlig neues Mini-Auto auf die Straßen zu bringen.

Auf den ersten Blick sieht der kleine Elektro-Flitzer von Toyota nicht spektakulär neu aus. Er erinnert stark an den Twizy von Renault, der seit Frühjahr 2012 immer öfter auch in deutschen Großstädten unterwegs ist und so gar nicht in das gängige Auto-LKW-Roller-Bild auf den Straßen passen will.

Doch der i-Road, zuletzt als Studie auf der Tokio Motor Show im vergangenen Herbst ein Aufmerksamkeitsgarant für die Japaner, bricht noch radikaler mit dem gewohnten Konzept eines Kleinwagens. Nur drei Räder hat der Zwerg, ein richtiges Auto ist er nicht, aber auch kein Roller oder Motorrad.

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Irgendwo dazwischen hat Toyota eine Nische für den Wagen definiert – und meint, mit diesem Experiment eine schlagkräftige Antwort auf verstopfte Straßen und verschmutzte Luft in den Metropolen dieser Welt gefunden zu haben.

Mit 2,40 Metern Länge und bescheidenen 87 Zentimetern Breite nimmt der Wagen nicht viel mehr Platz weg als ein großes Motorrad, mit einem Wendekreis von drei Metern schlägt er jedes Auto. Zwei Elektromotoren treiben den i-Road in seiner japanischen Version auf 60 Stundenkilometer Spitze, die Lithium-Ionen-Batterien sollen das 300 Kilogramm leichte Gefährt bis zu 50 Kilometer weit bringen – solange der Fahrer behutsam mit dem Gaspedal umgeht.

Markteinführung ungewissBemerkenswert ist die Lenkung: Die läuft nämlich in bester Gabelstapler-Manier über das Hinterrad. In einer ersten Testversion im vergangenen Jahr war das wohl noch eher gewöhnungsbedürftig, schrieb das Magazin „Auto, Motor und Sport“ in einem Testbericht.

An der Vorderachse bestimmt ein elektrisches Steuergerät, wie weit sich die Fahrerkabine je nach Geschwindigkeit und Lenkwinkel neigen muss, um stabil auf der Straße zu bleiben - "active lean", aktive Neigung, nennt Toyota diese Technik. Ein bisschen Motorrad-Gefühl musste wohl doch sein.

Wie sich der Wagen im Alltag fährt, dürfen jetzt 20 ausgewählte Testfahrer in Japan ausprobieren. Denn Toyota will wissen, wie und bei wem der Konzern mit dem Fahrzeug am besten landen kann. Unter den Testern seien außer „normalen Einwohnern“ auch „Trend- und Branchenexperten“. Von ihnen sammelt Toyota jetzt Daten: Wie sie das Fahrgefühl bewerten, ob sie zufrieden sind, wie nutzerfreundlich das Fahrzeug in Städten ist.

Ob das Trike jemals in Serie auf den europäischen Markt kommt, kann die deutsche Konzerntochter nicht sagen. Vor allem wegen der Neigungstechnik sei bislang unsicher, wie teuer das Gefährt sein müsste, teilte Toyota auf Anfrage mit.

Immerhin: Die ersten i-Roads können Urlauber im französischen Grenoble ab der zweiten Jahreshälfte ausprobieren. Dort will Toyota eine Handvoll der Flitzer in einem Car-Sharing-Projekt anbieten, um die Wege zugleich unbeschwert und sauber zu machen.

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