Elektro-Käfer: Nigerianischer Student rüstet VW-Oldtimer auf Solarantrieb um

Elektro-Käfer: Nigerianischer Student rüstet VW-Oldtimer auf Solarantrieb um

von Tobias Finger

König der Bastler: Segu Oyeyiola aus Nigeria hat für 6000 Dollar einen alten VW Käfer in ein Elektroauto verwandelt.

Mit ausreichend Erfindergeist und der richtigen Einstellung kann jeder einen Unterschied machen: Das beweist Segu Oyeyiola. Der Nigerianer hat einen alten VW-Käfer in ein solar- und windbetriebenes Elektroauto umgebaut. Oyeyiola studiert in seiner Heimat an der Obagemi Awolowo University in der Stadt Ile-Ife im Bundesstaat Osun Ingenieurswesen und hat aus dem VW-Kultwagen für nur 6000 US-Dollar ein CO2-neutrales Fahrzeug gebastelt – denn die meisten Teile sind aus Metallschrott, den er von Familie und Freunden zur Verfügung gestellt bekam.

Der umgebaute Volkswagen kommt mit einem riesigen Solarpanel auf dem Dach und einer Windturbine unter der Motorhaube daher. Somit ist er sehr gut an die klimatischen Bedingungen in dem westafrikanischen Land angepasst, die von starker Sonneneinstrahlung und Wüstenwinden geprägt sind.

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Das kleine Windkraftwerk profitiert zusätzlich vom Fahrtwind, wenn der Käfer erst mal in Bewegung ist. Neben dem Antrieb musste Oyeyiola auch noch die Aufhängung erneuern, damit der kleine VW unter dem zusätzlichen Gewicht nicht zu Bruch geht.

Nigeria braucht ambitionierte ProjekteWährend weltweit viele Menschen, auch und insbesondere in Entwicklungsländern wie Nigeria, die Gefahren des Klimawandels nicht kennen, will Oyeyiola mit gutem Beispiel vorangehen: „Ich wollte die Kohlendioxid-Emissionen reduzieren, die in unsere Atmosphäre strömen und zu Klimawandel und globaler Erwärmung führen“, erklärt er dem Blog Co.Exist.

Getreu dem Motto "Be the change you want to see in the world" entstanden der Plan und die Motivation, so viel Zeit und Energie in das eigenwillige Projekt zu investieren.

„Die Erderwärmung ist Realität geworden“, sagt der Tüftler. "Der Zyklus der Jahreszeiten wird gestört, genauso wie Ökosysteme, die Landwirtschaft, Wasserversorgung und Nahrungsmittelproduktion.“ Probleme, deren Auswirkungen in Oyeyiolas Heimat Nigeria omnipräsent sind: Insbesondere die Wasserversorgung ist alles andere als sicher.

Gerade arme Menschen sind auf wenige zentrale Wasserentnahmestellen angewiesen. Im Nordosten des Landes, der zur Sahelzone gehört, herrscht ein nahezu chronischer Wassermangel.

Der erste Schritt ist getanMomentan braucht die Batterie von Oyeyiolas Prototypen noch vier bis fünf Stunden, in denen das Auto in der prallen Sonne steht, um halbwegs geladen zu sein – was alles andere als optimal oder konkurrenzfähig ist. Schwierig gestaltete sich in Nigeria auch die Materialbeschaffung. Zusätzlich muss sich der junge Stundent immer wieder den Spott von anderen anhören, die in seinem Solar-Käfer nicht mehr als bloße Zeitverschwendung sehen.

Doch von seinem Projekt lässt sich Oyeyiola nicht abbringen: Er plant, seine Abschlussprüfungen zu schreiben und danach direkt wieder an die Arbeit zu gehen und weiterzuschrauben – damit sein Design das Vorbild für „Nigerias Auto der Zukunft“ werden kann.

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