Elektro-Longboard: Das coolste Brett der Welt

Elektro-Longboard: Das coolste Brett der Welt

von Matthias Streit

Das Boosted Board ist das leichteste- und wohl coolste - Elektrofahrzeug der Welt. Mit drei Euro kann man damit 3000 Kilometer weit fahren.

Der letzte Kilometer ist das größte Problem der Transport-Branche. Straßenbahnen und Busse können schließlich nicht vor jeder Haustür halten. Fahrräder kosten meist eine Extra-Gebühr im öffentlichen Nahverkehr, das Auto ist nicht umweltfreundlich. Nun hält ein junges kalifornisches Startup eine entspannte Alternative parat: Das Longboard mit Elektroantrieb.

Auf bis zu 32 Kilometer pro Stunde beschleunigt das sogenannte Boosted Board seinen Fahrer, und zwar ganz ohne Muskelkraft. Schnell und vor allem unverschwitzt geht es damit auf Arbeit, an die Uni oder zum Treffen mit Freunden.

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Möglich macht das ein 2.000 Watt starker Gleichstrommotor. Die Leistung entspricht ungefähr 2,6 PS – wohlgemerkt auf einem Longboard, das nicht einmal sechs Kilo wiegt. "Damit bauen wir das leichteste elektrische Fahrzeug der Welt", sagen die ehemaligen Stanford-Studenten in einem Video.

Dabei kommen die leistungsfähigen Lithium-Ionen Akkus auf eine Reichweite von fast zehn Kilometern. Der sogenannte letzte Kilometer ist damit locker überwunden.

Gesteuert wird der Antrieb mit einer ergonomischen Fernbedienung. Fahrer müssen also nicht befürchten an der Kreuzung ungebremst vor den nächsten Laster zu rollen. Die Bremstechnik ist dabei sogar regenerativ: Beim Bremsvorgang wird Energie erzeugt, die wiederum die Batterien lädt und somit die Reichweite erhöht.

Ein Jahr Voll-Laden kostet nur fünf US-DollarDennoch: Früher oder später muss das Board an die Steckdose. Die Ladezeit von zwei Stunden dürfte Vielfahrern und Ungeduldigen etwas lang erscheinen. Doch damit liegt das Board eigentlich bei einem guten Wert. Zumal es sich während der Arbeitszeit ohne Weiteres wieder voll aufladen lässt.

Die Tankkosten sind dabei zu vernachlässigen. Wer jeden Tag den Akku lädt, müsste in den USA dafür gerade mal fünf Dollar berappen.

Wie schnell das Boosted Board über die Straßen rollt, sehen Sie hier:



Und selbst wenn der Saft beim Fahren ausgeht: Das Boosted Board rollt auch ohne Strom. „Allerdings wird es sich im Vergleich zu einem normalen Longboard ein bisschen träger anfühlen“, räumen die Entwickler ein.

Dabei sieht man dem Boosted Board die elektrische Unterstützung kaum an. Denn die kleinen Lithium-Ionen Akkus sind an der Unterseite des Brettes nahe den Achsen verbaut. Äußerlich ist es einem normalen Longboard zum Verwechseln ähnlich.

Entlastung für Fahrer, Belastung für GeldbeutelNur dass man sich mit einem Nicht-Stromer eben Hügel und Berge hinaufquälen muss. Mit Elektroantrieb geht das ganz entspannt ohne jede Anstrengung bis zu einer Steigung von 15 Prozent. Zum Vergleich: Bei einem Test erklommen die Kalifornier sogar die steilen Straßen San Franciscos mit einer 84 Kilo-Person ohne Probleme.

Doch nicht nur der Körper der Fahrer wird entlastet – auch das Portemonnaie. Denn mit derzeit knapp 1.300 US-Dollar liegt der Preis des Boosted Board weit über dem herkömmlicher Longboards. Wann es sie in Deutschland geben wird, ist unklar.

Bislang exisiterien auch nur Prototypen. Das Boosted Board geht erst jetzt, nach erfolgreichem Crowdfunding auf Kickstarter, in die Produktion. Mit insgesamt 450.000 US-Dollar sammelten die Kalifornier mehr als viermal so viel Geld ein, wie sie ursprünglich benötigten. Die ersten Exemplare kamen im Frühjahr 2013 auf den Markt, nun arbeitet das Team am letzten Feinschliff vor dem endgültigen Markteintritt.

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