Elektroautos: Hälfte der US-Bürger könnte sie problemlos nutzen

Elektroautos: Hälfte der US-Bürger könnte sie problemlos nutzen

von Felix Ehrenfried

Die geringe Reichweite hält viele Kunden vom Kauf eines Elektroautos ab. Zu Unrecht, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die USA gilt als einer der Vorreiter in Sachen Elektromobilität. So stammt aus den Staaten beispielsweise der Stromer, den viele als eine Revolution in Sachen E-Autos sehen: Das Tesla Model S. Doch wer nun glaubt, dass Elektroautos in den USA schon in der breiten Bevölkerung angekommen seien, der irrt. Gerade einmal rund 150 000 Strom betriebene Autos sind auf den Straßen der Staaten unterwegs.

So ist die USA in Sachen Elektromobilität zwar überaus innovativ, geht es um die Beliebtheit dieser Fahrzeuge, sieht es allerdings nicht ganz so rosig aus. Dabei wäre ein Umstieg von Benzin- auf Elektromotor für die meisten Amerikaner kein Problem, wie eine aktuelle Studie ergeben hat.

Anzeige

Ihr Ergebnis: 42 Prozent der Auto fahrenden Bevölkerung Amerikas könnte problemlos auf Stromer umsteigen, ohne viel an ihren Fahrgewohnheiten zu ändern.

Die Untersuchung, die von der amerikanischen Union of Concerned Scientists (UCS) und der Consumers Union durchgeführt wurde, zeigt, dass die meisten der befragten Autofahrer täglich Strecken von weniger als 60 Meilen (rund 97 Kilometer) zurücklegen müssen - eine Distanz, die heutige Stromer problemlos meistern.

Zudem gaben 95 Prozent der Befragten an, dass ihr Auto von höchstens fünf Personen genutzt werde. Bei dieser Anzahl von Nutzern würde täglich noch genug Zeit vorhanden sein, um den Wagen ausreichend mit frischem Strom zu betanken, so die Erklärung der Forscher.

Autofahrer müssen ihre Gewohnheiten mit Stromern nicht ändernAußerdem ergab die Untersuchung, die per Telefon durchgeführt wurde, dass 65 Prozent der Befragten mehr als ein Auto haben. Somit könnte der Stromer für den täglichen Weg zur Arbeit mit überschaubaren Distanzen genutzt werden. Wenn es dann beispielsweise am Wochenende auf eine längere Fahrt geht, kommt der Zweitwagen mit Verbrennungsmotor zum Einsatz.

"Autofahrer haben das Vorurteil, dass Elektrofahrzeuge ihren Fahrgewohnheiten nicht entsprechen. Diese Befragung zeigt aber, dass das für viele Autofahrer nicht gilt", erklärt Josh Goldman, einer der beteiligten Analysten. 45 Millionen amerikanische Haushalte könnten demnach problemlos auf Wagen mit Hybridantrieb umsteigen, außerdem könnten rund 29 Millionen Haushalte zu Autos mit reinem Elektroantrieb wechseln, ohne dadurch Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen.

Sollten alle betroffenen Haushalte den Rat der Analysten befolgen, wäre das mit riesigen Einsparungen für die Volkswirtschaft der USA verbunden, sagen die Experten. Mehr als 50 Milliarden Liter Sprit könnten jährlich eingespart werden, was Benzinkosten von rund 33 Milliarden US-Dollar (rund 24 Milliarden Euro) entspricht. Außerdem ließe sich der CO2-Ausstoß um 89 Millionen Tonnen pro Jahr verringern.

Ein riesiges Einsparpotential also, von dem sowohl Wirtschaft wie auch Umwelt bedeutend profitieren können. Bleibt nur noch die Frage: Wie werden Menschen zum Umdenken angeregt und davon überzeugt, auf Stromer umzusteigen?

In den USA sollen die Lademöglichkeiten weiter ausgebaut werden, um so die Reichweite der Stromer zu erhöhen. Außerdem lockt die Regierung mit Steuerersparnissen im mehrstelligen Tausenderbereich beim Kauf eines Stromers. Ob das allerdings reicht? Immerhin: Die Absatzzahlen von Hybrid- und reinen Elektroautos steigen in den USA kontinuierlich.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%