Elektroautos: Ladesäulen auf A9 sollen E-Mobilität vorantreiben

Elektroautos: Ladesäulen auf A9 sollen E-Mobilität vorantreiben

von Angela Schmid

BMW, Siemens und Eon wollen mit neuen Ladesäulen für mehr E-Mobilität sorgen.

Viele Elektroautos fahren noch nicht auf deutschen Straßen. Nur gut 7000 Stromer wurden dieses Jahr zugelassen. Ladesäulen sind für die Betreiber noch längst kein wirtschaftliches Geschäft. Erfahrungen wollen die Hersteller dennoch sammeln. „Eine hohe Verfügbarkeit von öffentlicher Ladeinfrastruktur ist eine Grundvoraussetzung für die Verbreitung der Elektromobilität in Deutschland“, betont Klaus Fröhlich, Vorstand Entwicklung beim Autobauer BMW. Denn überall, wo es Anreize gebe, steige auch die Akzeptanz.

Gemeinsam mit Eon und Siemens hat der Münchner Autohersteller entlang der Autobahn A9 von München über Nürnberg nach Leipzig an acht Standorten Schnellladesäulen aufgestellt. Die Straße zählt zu einer der am meisten befahrenen Verkehrsachsen Deutschlands. Die Ladesäulen gehören zu einem Forschungsprojekt, das vom Bundesverkehrsministerium im bayerisch-sächsischen Schaufenster „Elektromobilität verbindet“ gefördert wurde. Fröhlich: „Von solchen passgenauen Maßnahmen verspreche ich mir einen deutlichen Schub hin zu mehr Elektromobilität.“

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Längeren Strecken trauen die Fahrer nichtEinen Schub gibt es noch nicht. Aber immerhin haben mehrere hundert Fahrer von Elektroautos die Ladesäulen bereits genutzt. Kaum jemand hat sich jedoch auf die gesamte Strecke von 430 Kilometern gewagt. Die meisten benutzten immer dieselbe Ladesäule. Daraus schließt Alexander Ihl, Pressesprecher von Eon, dass die Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause einen Ladestopp eingelegt haben.

Längere Strecken traut sich aufgrund der geringen Reichweite kaum ein Elektroauto-Fahrer zurückzulegen. Denn spätestens nach 150 Kilometern geht den Stromern die Puste aus. Außer beim Tesla, der schafft es nach Angaben des Herstellers auf bis zu 500 Kilometer.

Unterschiedliche Bezahlmodelle machen es schwerWeiterer Knackpunkt beim öffentlichen Laden ist das Bezahlen. Unterschiedliche Betreiber mit unterschiedlichen Modalitäten machen es den Nutzern schwer. Eine Lösung ist Roaming – ganz ähnlich wie beim Handy. Zwei Drittel aller Ladevorgänge an den Ladesäulen entlang der A9 wurde über die Roamingplattform Hubject abgewickelt.

Gezeigt hat sich aber auch, dass zusätzlich ein Bezahlverfahren ohne Vertragsbindung erforderlich ist, weil ein Drittel aller Ladevorgänge über das SMS-Bezahlsystem abgewickelt wurden. „Die Abrechnung der Ladevorgänge über eine Roaminganwendung ist bei den heutigen Elektroautofahrern weitgehend akzeptiert“, erklärt Stefan Wagner, Sprecher von Siemens.

Wichtig für die Akzeptanz sind aber auch gute Zufahrtsmöglichkeiten und Komfort: So müssen die Ladesäulen aus beiden Fahrtrichtungen ohne Umwege erreichbar sein, die Ladeinfrastruktur muss funktionieren und auch Gastronomie oder andere Möglichkeiten des Zeitvertreibs sollten vorhanden sein, damit der Autofahrer die Zeit während des Ladevorgangs gut überbrücken kann. Denn trotz Schnellladung dauert es immer noch 20 bis 30 Minuten, bevor die Batterien wieder komplett aufgeladen sind.

Allego übernimmt Ladesäulen für kommerziellen BetriebDie Projektteilnehmer sind jedoch zufrieden. „Am Ende haben wir bewiesen, dass ein flächendeckender Rollout von DC-Schnellladesystemen entlang deutscher Autobahnen erfolgreich umgesetzt werden kann“, fasst Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Energy Management, zusammen.

Von den Erfahrungen soll jetzt das E-Mobilitäts-Unternehmen Allego mit Sitz in Berlin profitieren, das die Ladesäulen für den kommerziellen Betrieb übernimmt. „Das Projekt hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Bedarf an Schnelllade-Infrastruktur außerhalb von Metropolen erkannt wurde und nun auch entsprechende Maßnahmen zum Aufbau eines Schnelllade-Netzwerkes in Deutschland folgen“, so Marcus Groll, Geschäftsführer von Allego. „Darüber hinaus haben die ausgewählten Standorte und Entfernungen erstmals auch eine überregionale Nutzung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zugelassen.“

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