Elektroautos: Pilotprojekt lässt Autofahrer günstiger Strom tanken

Elektroautos: Pilotprojekt lässt Autofahrer günstiger Strom tanken

von Angela Schmid

Ein Projekt in Hamburg will ein Stromgesetz nutzen, um Elektroautos 30 Prozent günstiger zu laden.

Bei einem Pilotprojekt in Hamburg sollen Elektroautobesitzer ihren Wagen 30 Prozent günstiger als üblich mit Strom aufladen können. Zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens können die Autofahrer ihr E-Auto an einer privaten Ladestation auftanken. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Verteilungsnetzbetreiber Stromnetz Hamburg und dem Ökostromanbieter LichtBlick.

Grundlage des Projekts ist eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz. Sie besagt, dass der Preis gesenkt werden kann – allerdings nur unter einer Bedingung: Netzbetreiber müssen dann Elektroautos ähnlich wie Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen als sogenannte "steuerbare Verbrauchseinrichtungen" behandeln. Das heißt, dass wenn zu wenig Strom im Netz sein sollte, das Elektroauto einfach von der Stromzufuhr gekappt werden kann.

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Umgesetzt wird das bei Stromern bisher nicht. Noch gibt es nämlich gesetzliche Unsicherheiten. Außerdem ist eine Reduzierung um 30 Prozent des Strompreises nur möglich, weil der Netzbetreiber die Netzentgeltkosten und Gebühren für Konzessionen reduziert.

"Statt über teure Kaufprämien zu diskutieren, sollte der Gesetzgeber die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen, die Elektromobilität sinnvoll zu fördern", sagt Gero Lücking, aus der Geschäftsführung Energiewirtschaft bei LichtBlick. Leider habe es die Bundesregierung bisher versäumt, einen klaren Rechtsrahmen für preiswerten Fahrstrom zu verabschieden. Dabei sei das schnell und einfach möglich. "Dann könnten die Verbraucher ihre Elektroautos zuhause mit billigem Fahrstrom beladen und gleichzeitig die Stromnetze entlasten."

Es fehlen einheitliche RegelungenDas Pilotprojekt in Hamburg soll daher zeigen, dass die Regelung funktioniert. Anschließend möchte LichtBlick das Projekt gerne auf ganz Deutschland ausdehnen. Das ist aber mehr als kompliziert. Denn dann müsste sich der Ökostromanbieter mit jedem einzelnen der fast 900 Netzbetreiber auf neue Zeiten einigen.

Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Diese, so fordert LichtBlick-Pressesprecherin Katinka Königstein, müsse von der Bundesregierung festgelegt werden. Denn der enorme Verwaltungsaufwand würde die Kostenersparnis wieder zunichtemachen. Auch Stromnetz-Pressesprecherin Anette Polkehn-Appel betont: "Der politische Wille, das Thema Elektromobilität voranzubringen ist da, gleichwohl noch nicht alle rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt sind."

Durch die Preisreduzierung könnten Elektroautobesitzer ordentlich sparen. Bei einer Fahrstrecke von 12.000 Kilometer jährlich und einem Verbrauch von 16 kWh/100 km, reduziert sich die Stromrechnung für ein Elektroauto nach Berechnung von LichtBlick damit um bis zu 200 Euro pro Jahr.

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