Elektroautos: So sieht die Batteriewelt in sieben Jahren aus

Elektroautos: So sieht die Batteriewelt in sieben Jahren aus

von Peter Vollmer

Der Umsatz für Lithium-Ionen-Akkus in Elektroautos könnte von 4,2 auf 18 Milliarden Euro wachsen. Starke Zahlen.

Der Markt für Lithium-Ionen-Akkus in Fahrzeugen könnte in den kommenden Jahren von 4,2 auf knapp 18 Milliarden Euro anwachsen. Das geht aus einem aktuellen Report der Marktforscher von Navigant Research hervor. Überraschende Zahlen, angesichts der Talfahrt, die Batterie-Preise erleben. Eigentlich müsste der Umsatz deshalb sinken - doch der gewaltige Absatz bei den Batterien macht die Entwicklung möglich.

Schon heute gelten Akkus für Elektroautos als kommendes Boom-Produkt. In den nächsten sieben Jahren dürfte sich vor allem der Markt für die häufig eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus fast vervierfachen. 2023 werden die Hersteller dann 18 Milliarden Euro mit den Batterien umsetzen, schätzt Navigant. Ein Großteil davon für reine Elektrofahrzeuge. Rechnet man Nickel-Metallhydrid-Akkus hinzu, die bei Hybriden eingesetzt werden, wird der Gesamt-Batteriemarkt für Fahrzeuge auf rund 23 Milliarden Euro wachsen.

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Ältere Prognosen bereits übertroffenBereits im vergangenen Jahr rechnete Pike Research damit, dass der Umsatz mit Li-Ion-Akkus für Fahrzeuge in knapp sieben Jahren bei 16,5 Milliarden Euro liegen dürfte. Ähnliche Zahlen, die möglicherweise auch deshalb nicht überraschen, da Pike mittlerweile zu Navigant gehört.

Doch auch andere Experten sehen für Li-Ion-Akkus ein Wachstum ähnlicher Größenordnung voraus. So prognostizierten die Marktforscher von Frost & Sullivan vor zwei Jahren, dass sich der Gesamtmarkt von Lithium-Akkus allein zwischen 2012 und 2016 verdoppeln würde. 2012 setzten die Hersteller umgerechnet 8,7 Milliarden Euro um.

Derzeit finden sich allerdings noch fast zwei Drittel aller Li-Ion-Batterien in Verbraucherelektronik wie Kameras, Handys oder Notebooks. Dieser Anteil soll aber laut Frost & Sullivan auf 52 Prozent zurückgehen – zugunsten der Elektroauto-Branche, die dann ein Viertel aller Li-Ion-Akkus nutzen werde. Das könnte bereits nächstes, also ein Jahr früher eintreten, als erwartet.

Batterien billiger als vorhergesagtDies ist doppelt überraschend, da auch die Preise stärker gefallen sind, als prognostiziert. Pike rechnete für 2020 mit Akku-Kosten von 330 Euro pro kWh. Mittlerweile ist diese Marke unterschritten und liegt teils schon unter 200 Euro/kWh. Der Trend dürfte sich fortsetzen, wenn Tesla in sieben Jahren nur noch Akkus aus der eigenen Batteriefabrik bezieht.

Das wird nicht nur an günstigeren Fertigungsmethoden liegen, sondern auch an zunehmenden Kapazitäten der Akkus. McKinsey schätzt, dass die Preise in den nächsten sieben Jahren auf unter 160 Euro pro kWh sinken dürften. Zumal dann auch Lithium-Schwefel-Batterien die Marktreife erlangen und den Ionen-Akkus Konkurrenz machen könnten.

Batteriehersteller Samsung SDI, unter anderem für die Batterien des BMW-Elektroautos i3 verantwortlich, glaubt sogar, in etwa sieben Jahren seine Lithium-Luft-Batterien auf den Markt bringen zu können. Damit wären auch Distanzen von über 300 Kilometern kein Problem.

Schon 2019 wollen die Koreaner ihre Akkus leistungsfähiger machen: Von derzeit 130 auf dann 250 Wattstunden pro Kilo. General Motors sprach im vergangenen Jahr sogar schon mal von 400 Wattstunden, allerdings ohne konkreten Zeitplan. Damit würde das Elektroauto deutsche Urlauber problemlos ans Mittelmeer bringen.

Doch auch die  Hochschulen legen nach. Im Juli haben gleich vier Universitäten Forschungen an neuen Batterie-Techniken gemeldet, die mitunter exotisch anmuten. Welche das sind, lesen Sie in Kürze auf WiWo Green.

Korrektur: In einer vorigen Fassung des Textes stand, das Batterie-Werk von Tesla solle in sieben Jahren eröffnet werden. Tatsächlich soll dies schon 2017 der Fall sein, um 2020 herum soll die Produktion dann eine halbe Million Fahrzeuge im Jahr mit Batterien versorgen können.

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