Elektroautos: Toyota will Reichweite drastisch erhöhen

Elektroautos: Toyota will Reichweite drastisch erhöhen

von Benjamin Reuter

Der japanische Autobauer Toyota arbeitet an zwei Batteriekonzepten, die dem Elektroauto endlich zum Durchbruch verhelfen sollen - allerdings erst 2020.

Toyota ist heute schon führend, wenn es darum geht, Elektromobilität zu einem vernünftigen Preis anzubieten. So verfolgen die Japaner seit Jahren eine Strategie der kleinen Schritte, Autos auf Akku-Antrieb umzurüsten. Erst kamen Wagen, mit sehr kurzen elektrischen Reichweiten, die ihre Akkus aus der Bremsenergie aufluden, mittlerweile erobern sogenannte Plug-In-Hybride den Markt. Das bedeutet: Man hängt den Wagen an die heimische Steckdose und fährt dann rund 70 Kilometer weit elektrisch, dann springt ein Benzinantrieb ein. Die Plug-Ins sind nur noch unwesentlich teurer als herkömmliche Autos. Wer viel mit Strom fährt, spart sogar Geld.

Das Problem bei vollelektrischen Fahrzeugen war aber bisher der sehr hohe Preis - allein die Batterien im Nissan Leaf kosten rund 10.000 Euro, einen herkömmlichen Benzintank gibt es dagegen fast umsonst - bei eher geringen Reichweiten. So soll der neue vollelektrische BMW i3 mit einer Stromladung rund 150 Kilometer weit fahren; bei Kosten von wohl 40.000 Euro für das Fahrzeug. Der Listenpreis für einen Toyota Prius Plug-In liegt bei rund 36.000 Euro.

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Jetzt hat der Leiter der Materialforschung bei Toyota Shigeki Suzuki erklärt, wie der Konzern ins vollelektrische Zeitalter durchstarten will. Dabei setzen die Japaner auf sogennante Festkörperbatterien. In ihnen wird die Energie nicht wie in einem herkömmlichen Lithium-Ionen-Akku, wie er in Laptops und den meisten Elektroautos steckt, in einer Flüssigkeit gespeichert, sondern in einem festen Material.

Toyota forscht seit Jahren an dieser Technik und will mit ihr die Energiedichte von Treibstoffen erreichen. Auf den gleichen Platz, wie ihn heute ein Tank braucht, würde also eine Batterie passen, die ein Auto mehrere hundert Kilometer weit bringt. Suzuki rechnet für seine Neuentwicklung mit einer vier- oder fünffach höheren Reichweite im Vergleich zu heutigen Batteriesystemen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Akkus ohne das teure Lithium auskommen. Suzuki will die Batterien ab 2020 in Elektroautos einsetzen - zum möglichen Preis äußerte er sich nicht. Aber theoretisch sollten die Festkörper-Akkus günstiger sein als die heutigen Batteriesysteme.

Suzuki blickt auch noch weiter in die Zukunft: 2025 könnten dann sogenannte Lithium-Luft-Batterien zum Einsatz kommen. Auch sie bieten höhere Energiedichten als heutige Akkus. Auch VW arbeitet in einem Konsortium an dieser Technik und will damit die Reichweite von Elektroautos auf bis zu 350 Kilometer erhöhen.

Aber auch Startups wie Sakti3 treiben die Entwicklung von Festkörperbatterien voran und wollen Toyota den Entwicklungsvorsprung streitig machen. In diesem Video erklärt Ann Marie Systry, CEO des US-Startups, wie die Technologie funktioniert.



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