Elektroklapprad Urb-E: Das Gefährt für die letzten Meter ins Büro

Elektroklapprad Urb-E: Das Gefährt für die letzten Meter ins Büro

von Felix Ehrenfried

Das Urb-E soll Pendler schnell von der Bus- oder Bahnhaltestelle zum Arbeitsplatz transportieren.

Mit dem Bus oder der Bahn zur Arbeit zu fahren, hat einige Vorteile: Man steht nicht im Stau, es ist oftmals günstiger als das Auto und auch die lästige Parkplatzsuche entfällt. Außerdem erreicht man auch bei schlechtem Wetter mit trockenen Kleidern das Büro - ein Aspekt, den die öffentlichen Verkehrsmittel dem Fahrrad voraus haben.

Das Problem: Nur selten kommt der Pendler direkt am Arbeitsplatz an, meist liegt zwischen Haltestelle und Büro noch ein mehr oder weniger langer Fußweg.

Anzeige

Aber auch für diese letzten Meter gibt es inzwischen umweltfreundliche Lösungen. So wollen zwei Kieler Ingenieure mit dem Scuddy, einer Art Miniroller mit Batterie, Pendlern den Weg ins Büro erleichtern.

Mit dem Kwiggle hat der Hannoveraner Karsten Bettin ein Fahrrad entwickelt, das selbst ins Handgepäck eines Flugzeugs und natürlich in die Bahn passen soll und so perfekt für den Arbeitsalltag geeignet ist.

Traum der Pendler?Jetzt hat das amerikanisches Startup Urb-E, ein gleichnamiges Klapprad vorgestellt. Das Gefährt ist eine Art Minirad, das mittels Elektromotor angetrieben wird. Es lässt sich auf die beeindruckenden Maße von 40 x 40 x 91 Zentimeter zusammenfalten. Damit soll das Urb-E das optimale Fortbewegungsmittel für Pendler sein.

Dank der kompakten Maße lässt sich das E-Rad einfach in Bus und Bahn packen. An der Zielhaltestelle angekommen, klappt man es aus und kann eine Strecke von bis zu 32 Kilometern elektrisch zurücklegen. Anschließend muss das Gefährt für drei Stunden an die Steckdose, um den Akku voll zu laden.



Die Höchstgeschwindigkeit des Urb-E liegt bei 24 Stundenkilometern. Auf der Fahrt ins Büro findet die Aktentasche auf dem integrierten Gepäckträger an der Sitzsäule Platz. Beschleunigen lässt sich das Urb-E einfach per Zug am Gashebel. Eine Scheibenbremse am Vorderrad sorgt für die nötige Bremskraft.

Mittels einer integrierten Schnittstelle für Smartphones und der passenden App wird das Handy zur zentralen Schaltzentrale des Urb-E. So sollen sich Akkulaufzeit oder Ladezustand überprüfen lassen, außerdem können mit der App die integrierten LED-Lichter gesteuert werden. Dank einer Aluminiumkonstruktion ist das Urb-E mit 13 Kilogramm relativ leicht.

Crowdfunding soll Startkapital bringenHinter dem Urb-E steht der amerikanische Unternehmer Grant Delgatty. Er ist überzeugt, dass Pendler auf seine Konstruktion gewartet haben: "Es gibt andere elektrisch betriebene Gefährte, die das "Letzte-Meile" Szenario bedienen wollen. Aber keines von ihnen lässt sich mit dem Urb-E vergleichen, wenn es darum geht, wie einfach es zu fahren und wie kompakt und portabel es ist."

Jedoch will Delgatty mit dem Urb-E nicht nur Pendler ansprechen. Daher hat er eine zweite "Sportversion" im Angebot. Diese hat statt drei Rädern lediglich zwei Räder und keinen Gepäckträger.

Nun will das Entwicklerteam mittels einer Crowdfundingkampagne auf Indiegogo das nötige Kapital sammeln, um das Urb-E möglichst schnell zur Marktreife zu bringen. Beachtliche 150.000 US-Dollar (rund 110.000 Euro) wollen Delgatty und seine Mitstreiter einwerben.

Ausliefern will das Team von Urb-E, das seit März 2011 das Pendlergefährt entwickelt, schon diesen Sommer. Dabei sollen die ersten Urb-E's in den USA bei dem Montainbike-Hersteller Foes Racing produziert werden.

Jedoch sind Delgatty und sein Team optimistisch, in Zukunft eine größere Nachfrage bedienen zu können. Deswegen wollen sie große Teile der Produktion in Zukunft nach Asien verlegen.

Die ersten Urb-E's mit Lieferdatum August, und Produktion in den USA kosten aktuell 1599 US-Dollar (rund 1200 Euro). Wer bis September warten kann, erhält ein Urb-E made in Asia zum vergünstigten Preis von 799 US-Dollar (rund 600 Euro), allerdings nur während der Crowdfunding-Kampagne. Der finale Marktpreis soll sich in Zukunft bei rund 1800 US-Dollar (1300 Euro) einpendeln.

Ob sich Gefährte wie das Urb-E hierzulande durchsetzen können, ist fraglich. In Deutschland ist der Nahverkehr relativ gut ausgebaut, zwischen Haltestelle und Bürotür liegen selten mehr als zehn Minuten Fußmarsch. Ob sich Pendler für diese kurze Strecke ein E-Rad anschaffen, das mehr als 1000 Euro kostet?

Hier noch ein Video über das Urb-E



Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%