Elektromobilität: Die Ökostrom-Ladesäulen kommen

Elektromobilität: Die Ökostrom-Ladesäulen kommen

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Ladesäulen mit 100 Prozent Ökostrom sind bislang noch die Ausnahme. (Foto: Naturstrom)

von Angela Schmid

E-Autos sind nur dann nachhaltig, wenn sie mit Ökostrom fahren. Der Versorger Naturstrom will dies nun mit eigenen Ladesäulen ermöglichen.

Kein Benzin oder Diesel mehr im Straßenverkehr - das galt lange als utopisches Ziel. Nun denken einzelne Regierungsmitglieder im Klimaplan 2050 selbst darüber nach. Nur: Solange der Strom für Elektroautos von Kohlekraftwerken kommt, ist auch die E-Mobilität keine saubere Alternative.

Das weiß auch Naturstrom-Chef Thomas Banning: "Elektromobilität ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn die Fahrzeuge mit sauberem Strom geladen werden." Der Düsseldorfer Energieanbieter bietet seinen Kunden deshalb ab sofort eine Ladekarte an, die den Zugang zu rund 100 Naturstrom-Ladesäulen in Deutschland ermöglicht. So können Kunden sichergehen, dass sie Ökostrom tanken.

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Alternativ können die E-Autofahrer mit der Karte auch das Netzwerk von "The New Motion" mit europaweit etwa 25.000 Ladestationen nutzen. Deutlich größer - allerdings ohne Ökostrom. Noch sind Ladesäulen für Naturstrom nämlich kein Geschäft. Der Stromverkauf amortisiert die kostspieligen Ladesäulen nicht. Vorerst geht es dem Unternehmen darum, sich im Markt zu positionieren und sich auf den Markthochlauf der Elektromobilität einzustellen. "Elektromobilität ist ein Zukunfts- und Hoffnungsthema", sagt Unternehmenssprecher Tim Loppe.

Deshalb sei auch ein weiterer Ausbau von Ladesäulen geplant. Den Strom bezieht Naturstrom überwiegend aus Wasserkraft aus Deutschland. Beteiligt sind die Düsseldorfer zudem an einem Konsortium unter Führung der Allego GmbH, die bis Mitte des Jahres in Berlin ein Netz mit 400 Wechselstrom-Ladepunkten sowie 20 Schnellladepunkten aufbauen will, die mit Ökostrom von Naturstrom betrieben werden. Es ist ein Teil des "Berliner Modells", das die Bundeshauptstadt zum Vorreiter für einheitliche Ladeinfrastruktur machen soll.

Nachfrage noch überschaubar

Die Nachfrage nach der Ladekarte würde bisher im geringen dreistelligen Bereich liegen, so Loppe. Im Hinblick auf die noch überschaubare Zahl von E-Autobesitzern ist dies für ihn ein gutes Feedback und zeigt, dass die Menschen beim Umstieg vom Benziner auf einen Stromer auch beim Laden Wert auf Nachhaltigkeit legen. Aus Sicht von Loppe eine gute Entwicklung: "Sonst ist auch nichts gewonnen."

Auch VW ist jetzt in den Markt eingestiegen. "Viele Kunden unserer E-Modelle legen großen Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit", sagt VW-Marketingleiter Lutz Kothe. Die Wolfsburger, die keine Ladesäulen betreiben, kooperieren dafür mit dem Stromanbieter Entega und dem Österreichischen Stromanbieter "Verbund" - beide legen einen Schwerpunkt auf Ökostrom.

Energieanbieter und IT-Unternehmen LichtBlick würde zwar auch gerne Ökostrom für Ladesäulen anbieten. Bisher ist das aber nicht so einfach. Betreiber von Ladesäulen bestimmen, wer den Strom liefert. Die Hamburger setzen sich daher dafür ein, dass Ladesäulen ein Teil des öffentlichen Netzes werden und dass jeder Anbieter seinen Strom direkt an jede öffentliche Ladesäule liefern kann. "Nur so entsteht Wettbewerb um Ladestrom für Elektroautos", sagt Geschäftsführer Gero Lücking.

Für Lücking ist Elektromobilität ein wichtiges Thema. In Zukunft sollen Elektroautos zu einem leistungsstarken Schwarm vernetzt und so Teil intelligenter Stromnetze werden. Überschüssigen Strom aus regenerativen Systemen wie Windenergie- oder Solaranlagen werden auf diese Weise zwischengespeichert und bei Bedarf ins Netz zurückgespeist. Dafür, dass er sein E-Auto dafür zur Verfügung stellt, erhält der Kunde für den eingespeisten Strom von LichtBlick eine Prämie. Dass dies tatsächlich möglich ist, hat unlängst eine Studie gezeigt.

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