Emissionsfreies Fliegen: Erstes Passagierflugzeug mit Brennstoffzelle hebt ab

Emissionsfreies Fliegen: Erstes Passagierflugzeug mit Brennstoffzelle hebt ab

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Die Maschine bietet Platz für vier Personen inklusive Piloten. (DLR)

von Wolfgang Kempkens

In Stuttgart hat ein Viersitzer mit neuartigem Antrieb seinen ersten Flug absolviert. Künftig könnte es in Deutschland als "Lufttaxi" dienen, hoffen die Betreiber.

Das weltweit erste Elektroflugzeug, das Strom aus einer Brennstoffzelle bezieht, ist jetzt vom Flughafen Stuttgart aus zum Jungfernflug gestartet. Die Doppelrumpfmaschine bietet Platz für vier Personen, einschließlich Pilot. HY4 ist der prosaische Name des Flugzeugs, wobei HY für Hydrogen (Wasserstoff) steht und 4 für die Zahl der Plätze.

Wenn der Wasserstoff in einem Elektrolyseur hergestellt wird, der auf Wind- oder Solarstrom angewiesen ist, fliegt HY4 vollkommen emissionsfrei, mal abgesehen vom Wasser, das in der Brennstoffzelle bei der Stromproduktion entsteht. Das Flugzeug startet, landet und fliegt nahezu geräuschlos.

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„Derartige vorausschauende Aktivitäten verkörpern die Zukunft des emissionsfreien Fliegens“, sagt Violeta Bulc, EU-Kommissarin für Verkehr, die das Projekt finanziell unterstützt. Die wichtigsten Entwicklungspartner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der kanadische Brennstoffzellenhersteller Hydrogenics, Pipistrel aus Slowenien, die Universität Ulm und H2FLY, eine Ausgründung aus dem DLR. Letztere betreibt das Flugzeug.

80 Kilowatt Leistung

Der Motor hat eine Leistung von 80 Kilowatt. Während des Fluges bezieht er seinen Strom komplett aus der Brennstoffzelle. Beim Start stellt eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 21 Kilowattstunden zusätzliche Energie zur Verfügung. Sie sorgt zudem dafür, dass auch dann noch Strom fließt, wenn die Brennstoffzelle ganz oder teilweise ausfällt.

Mit einer Tankfüllung kommt HY4 bis zu 1500 Kilometer weit. Die Spannweite beträgt gut 21 Meter bei einer Länge von gerade mal 7,4 Metern. Die Reisefluggeschwindigkeit liegt bei 145 Kilometern pro Stunde.

Energieaustausch „Grünes“ Kabel verbindet Deutschland und Norwegen

Das Seekabel-Projekt NordLink ist gestartet. Die rund zwei Milliarden Euro teure Stromleitung soll den Austausch erneuerbarer Energien zwischen Deutschland und Norwegen ermöglichen.

Im Jahr 2020 soll das Mammutprojekt abgeschlossen werden. (TenneT)

Der Betreiber hat eine Vision. Das Elektroflugzeug soll als Lufttaxi eingesetzt werden. Deutschland mit seinen rund 60 Flughäfen und Flugplätzen biete dafür ideale Voraussetzungen. „Unser Ziel ist es, den Brennstoffzellen-Antriebstrang weiter zu verbessern und ihn langfristig auch in Regionalflugzeugen mit bis zu 19 Passagieren zum Einsatz zu bringen“, sagt Professor André Thess, Leiter des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik.

Airbus denkt sogar an ein 90-sitziges Elektroflugzeug, das möglicherweise auch mit Brennstoffzellen ausgestattet wird. Der europäische Flugzeugbauer produziert mit dem E-Fan bereits ein zweisitziges Elektroflugzeug, das allerdings ausschließlich mit Batteriestrom betrieben wird.

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