Ende der Flaute: Weltweite Investitionen in Erneuerbare ziehen kräftig an

Ende der Flaute: Weltweite Investitionen in Erneuerbare ziehen kräftig an

von Peter Vollmer

Investitionen in erneuerbare Energien sind 2014 um 17 Prozent auf 270 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Gute Nachrichten für Solarkraft, Windenergie und Co.

Investitionen in erneuerbare Energien sind 2014 um 17 Prozent gestiegen – das geht aus dem Report „Global Trends in Renewable Energy Investment“ des UN-Umweltprogramms hervor. Vor allem Solaranlagen in China und Japan sowie Rekordinvestitionen in Offshore-Windprojekte in Europa sind Treiber.

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Damit ist eine zweijährige Durststrecke beendet und das Rekordniveau von 2011 fast wieder erreicht.

Insgesamt 270 Milliarden US-Dollar steckten Investoren im vergangenen Jahr in die Branche. Das sind und nur drei Prozent weniger als im Rekordjahr 2011.

Die Hälfte davon floss in Projekte in China und Japan.

China hat im Jahr 2014 seine Spitzenposition im Vergleich zu anderen Ländern und Regionen weiter ausgebaut.

Mit einem Investitionszuwachs um 39 Prozent auf 83,3 Milliarden US-Dollar erhöhte China seinen Anteil an den weltweiten Investitionen in Erneuerbare Energien im Jahr 2014 auf fast ein Drittel (31 Prozent).

China ist Spitzenreiter, Deutschland nicht



Mit einem Investitionsvolumen von 11,4 Milliarden US-Dollar verbleibt Deutschland im Jahr 2014 im Länderranking auf Platz fünf.

Die Investitionen in kleinere Solaranlagen seien 2014 erneut um 34 Prozent auf drei Milliarden US-Dollar gefallen. Mit der so genannten "Sonnensteuer" auf Kleinkraftwerke allerdings politisch gewollt.

Deutschland könne somit „keine Führungsrolle entwickeln“, schreiben die Autoren.

Bei Investments in kleinere Solaranlagen rutscht Deutschland im Länderranking daher auf den vierten Platz hinter Japan mit 28,1 Milliarden US-Dollar (27 Prozent Zuwachs), den Vereinigten Staaten mit 12,9 Milliarden US-Dollar (Zuwachs 66 Prozent) und China mit 7,6 Milliarden US-Dollar.

Als Grund für den Rückgang nennen die Autoren die sinkende Attraktivität von Photovoltaik-Anlagen, auch nach Einführung der Eigenverbrauchssteuer für Anlagen mit weniger als zehn Kilowatt Leistung. Aufgefangen haben diesen Rückgang allerdings deutlich gestiegene Investitionen in Offshore-Windprojekte.

Entwicklungsländer bauen ausMit den 2014 installierten 103 Gigawatt machen die Erneuerbaren mittlerweile über neun Prozent der weltweiten Stromproduktion aus. So wurden nebenbei 1,3 Gigatonnen CO2 eingespart, im Vergleich zur fossilen Energie.

Laut UNEP-Exekutivdirektor Achim Steiner machten die Erneuerbaren 2014 erneut knapp die Hälfte der neu angeschlossenen Energiekapazität aus.

Der Vormarsch der Erneuerbaren in den Entwicklungsländern sei dabei "einer der ermutigenden Aspekte des Reports.“

Brasilien, Indien oder Südafrika gehören zu den zehn Staaten, die am meisten in Erneuerbare investieren.

Europa investiert vor allemin Offshore-WindanlagenAngesichts der Ölpreisentwicklung in der zweiten Jahreshälfte ist das umso beeindruckender. Europäische Staaten, darunter auch Deutschland, investierten vor allem in Offshore-Windanlagen.

Allerdings: Die Investitionssumme ist nicht alleiniger Maßstab. Sie sinkt auch, wenn die Preise für Erneuerbare-Energie-Anlagen zurückgehen.

So machen vergleichsweise günstige* teure Formen wie Geothermie und Wasserkraft nur einen kleinen Teil der gesamten Investitionssumme aus, während Solar und Wind einen Anteil von 90 Prozent haben.

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Eine Zusammenfassung des Reports, den das UNEP Centre der Frankfurt School und Bloomberg gemeinsam zusammengestellt haben, kann man hier herunterladen. Zudem gibt es eine deutschsprachige Pressemeldung

*Siehe Kommentare

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