Energie: Alte Fahrrad-Akkus werden zu billigen Sonnenstrom-Speichern

Energie: Alte Fahrrad-Akkus werden zu billigen Sonnenstrom-Speichern

von Wolfgang Kempkens

Solarstrom-Speicher für das Eigenheim sind teuer. Noch. Denn jetzt gibt es den 6000-Euro-Akku.

Lange wurde nur über Solarstrom-Speicher geredet - jetzt kommen sie vermehrt auf den Markt. Das Problem: Die Kosten sind derzeit vielfach noch so hoch, dass sie sich ohne staatliche Förderung für den Eigenheimbesitzer nicht lohnen. Der ReeVolt-Akku des Schweriner Ökoenergieanbieter Wemag will dieses Problem jetzt auf kreative Weise lösen.

Konkret bedeutet das: Der Kellerakku kostet mit rund 6000 Euro etwa die Hälfte dessen, was andere Anbieter für Speicher mit ähnlicher Leistung kassieren. 2,5 Kilowattstunden lassen sich abzapfen, das reicht für die abendliche Beleuchtung – vorausgesetzt, alle Glühbirnen sind gegen Sparlampen und Leuchtdioden ausgetauscht worden. Kühlschrank, Fernseher und Laptop bekommen auch noch genug Energie.

Anzeige

Der Akku ist modular aufgebaut. Bis zu 16 Lithium-Mangan-Batterien von Panasonic passen in das Gehäuse. Die Kosten des Systems sind so niedrig, weil die Schweriner gebrauchte Speicher einsetzen. Sie stammen aus Elektrofahrrädern aus dem Fuhrpark des Schweizer Herstellers BikeTec. Nach zwei Betriebsjahren werden sie in den Miet-Pedelecs durch neue ersetzt, weil die Speicherkapazität auf 80 Prozent gesunken ist und die Gefahr besteht, dass Kunden, die weite Touren unternehmen, zu viel strampeln müssen.

Für den stationären Einsatz reichen die Akkus aber noch aus. Wer sich fürs Anmieten der Kellerbatterie statt für einen Kauf entscheidet zahlt auf Dauer möglicherweise mehr, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Wenn ein Akku schwächelt, wird er von Wemag kostenlos ausgetauscht.

Das Modul ist mit einem Wechselrichter ausgestattet, der den von den Solarzellen gelieferten Gleich- in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Via Internet lässt sich jederzeit und überall der Ladezustand des ReeVolt überprüfen. Besitzer von Elektrofahrrädern, in die die Panasonic-Akkus passen, können vor Fahrtantritt einfach einen davon aus dem Speicher herausziehen und ans Rad anschließen – und so mit solarer Unterstützung radeln.

Nach der Heimkehr wird der Speicher, der rund 0,3 Kilowattstunden bereitstellt, wieder in den Akkuschrank gesteckt. Das geht ganz einfach im laufenden Betrieb.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%