Energie aus dem Schlagloch: Audis neue Stoßdämpfer gewinnen Strom

Energie aus dem Schlagloch: Audis neue Stoßdämpfer gewinnen Strom

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Audi will mit speziellen Stoßdämpfern Strom für E-Autos erzeugen.

von Angela Schmid

Holprige Straßen sind ärgerlich für Autofahrer. Audi arbeitet nun aber an einem System, das mit Hilfe von Schlaglöchern Energie für E-Autos erzeugen soll.

Beim Bremsen Energie zu gewinnen, ist bei Elektroautos völlig normal. Rekuperation heißt das Prinzip, bei dem der kostbare Strom in die Batterie fließt. Neu ist dagegen, dass auch Stoßdämpfer zur Rückgewinnung von Energie genutzt werden können.

Der Autobauer Audi arbeitet nun an einem entsprechenden System. Bei dem Prototypen „eROT“ ersetzen elektromechanische Rotationsdämpfer die bisherigen hydraulischen Dämpfer – und sparen so Sprit.

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„Jedes Schlagloch, jede Bodenwelle, jede Kurve bringt Bewegungsenergie ins Auto, die in den aktuellen Dämpfern aufgenommen und in Form von Wärme verloren geht“, erklärt Dr. Stefan Knirsch, Vorstand Technische Entwicklung, das bisherige Problem. Diese Bewegungsenergie will Audi sich jetzt zunutze machen.  

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Elektromechanische Rotationsdämpfer sollen bei Audis "eROT" die bisherigen hydraulischen Dämpfer ersetzen. (Foto: Audi AG)

Fährt das Auto über ein Schlagloch, werden die Bewegungen des Radträgers von einem Hebelarm aufgenommen. Dieser überträgt sie über ein Getriebe auf eine E-Maschine, die sie in Strom umwandelt.

Serienmäßiger Einsatz möglich

In ersten Tests lag die Rekuperationsleistung auf einer frisch asphaltierten Autobahn bei drei Watt, auf einer holprigen Nebenstraße bei bis zu 613 Watt, was eine CO2-Ersparnis von bis zu drei Gramm pro Kilometer bedeutet.

Elektroautos "Wir brauchen mehr Ladesäulen"

Früher siegten sie mit Benzinboliden auf Offroad-Pisten, holten Formel-1-Pokale – heute begeistern sich die Ex-Rennfahrer Jutta Kleinschmidt und Heinz-Harald Frentzen für E-Fahrzeuge. Damit Rennpisten und Alltagsverkehr emissionsfrei werden, fordern sie ein Umdenken von Kunden und Politik.

Heinz-Harald Frentzen und Jutta Kleinschmidt  beim Finale der E-Cross Germany. (Foto: Rudolf Wichert Fotografie)

Ein zukünftiger Serieneinsatz in Audi-Modellen sei durchaus denkbar, heißt es in einer Stellungnahme. Voraussetzung dafür ist ein 48-Volt-Bordnetz, das eine hohe Leistung bereitstellt und das die Ingolstädter für einen neuen Mild-Hybridantrieb ab 2017 einsetzen wollen.

Bei diesem Antrieb wird zwar ein Elektromotor eingesetzt.  Drehmoment und Akkuleistung reichen aber nicht, um den Wagen alleine anzutreiben; die E-Maschine unterstützt den Verbrenner lediglich.

Die Markteinführung für den energiegewinnenden Stoßdämpfer ist aber noch völlig offen. „Bisher ist es ein Prototyp“, so Unternehmenssprecher Tobis Söllner.

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