Energie: Deutsche Bank sagt Durchbruch für Solar voraus

Energie: Deutsche Bank sagt Durchbruch für Solar voraus

von Benjamin Reuter

Die Solarenergie könnte ab 2014 ohne Subventionen auskommen - auch in Deutschland. Das bedeutet den endgültigen Durchbruch für die Technik.

Die Solarrevolution steht kurz bevor. Jedenfalls, wenn man Analysen glaubt, die in den vergangenen Wochen erschienen sind. Der erste Paukenschlag: Ein Report der UBS-Bank vom Januar. Dort schreiben die Analysten: "Befeuert durch den starken Kostenrückgang der Solartechnik und steigende Preise für Strom auf der ganzen Welt, werden Haushalte und Unternehmen verstärkt Solaranlagen installieren, um ihre Stromrechnung zu drücken - ganz ohne Subventionen."

In einem zweiten Papier kamen die Fondsmanager der Macquarie Group kürzlich zu dem Schluss, dass die Preise für Solar so tief gefallen seien, dass der Ausbau der Dachanlagen in Deutschland weiter "in einem hohen Tempo" vorangehen werde. So unterschreiten die Preise für Solarstrom von Dachanlagen in Süddeutschland jetzt schon die Preise für Steckdosenstrom.

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Nun legt auch noch die Deutsche Bank mit einem Positivszenario für die Sonnenenergie nach. Die Analysten korrigieren in dem Marktausblick ihre weltweite Zubauprognose auf 30 Gigawatt für das aktuelle Jahr  - das sind 20 Prozent mehr, als noch vor einigen Monaten angenommen. Derzeit sind etwas mehr als 100 GW-Solarleistung weltweit installiert. Der Grund für den Boom: Die weiter fallenden Preise für Module.

Den endgültigen Durchbruch für die Solarenergie wird aber das Jahr 2014 bringen, schreiben die Banker. Denn dann unterschreiten in vielen Märkten die Kosten für Solarstrom die Kosten für Energie aus der Steckdose - der Direktverbrauch des Sonnenstroms wird damit attraktiv. Indien ist nur ein Beispiel, wo Solarstrom jetzt schon teilweise nur noch zwölf Cent pro Kilowattstunde kostet, das wird auch in diesem Jahr noch für Italien gelten. Auch in China und den USA wird die Solarenergie 2013 und 2014 einen Boom erleben. Ebenso wie in Mexiko und den Ländern der Karibik.

Die Analysten der Deutschen Bank haben sich aber auch die Situation in Deutschland angesehen. Laut dem Report, könnten Unternehmen, die 90 Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen, jetzt schon Geld gegenüber dem externen Einkauf von Energie sparen. Das setzt allerdings voraus, dass energieintensive Prozesse Mittags, wenn die meiste Sonne scheint, hochgefahren werden.

"Der gesamte Solarsektor", so das Résumé des Deutsche-Bank-Reports, "wird sich im Jahr 2014 von einem subventionierten hin zu einem selbsttragenden Markt entwickeln." Altmaiers Strompreisbremse wird den weiteren starken Ausbau der Solarenergie demnach wohl nicht verhindern - das schafft nur noch Peer Steinbrück mit seiner Kavallerie.

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