Energie: Engländer bauen größte schwimmende Solaranlage Europas

Energie: Engländer bauen größte schwimmende Solaranlage Europas

von Tobias Finger

Europas größtes schwimmendes Sonnenkraftwerk entsteht auf einem Wasserreservoir im Raum Manchester.

Solaranlagen auf Dächern oder freien Flächen neben der Autobahn sind bekannte Anblicke in Europa. Solaranlagen können aber auch auf Wasser gebaut werden: In England begann jetzt der Bau des größten schwimmenden Solarkraftwerks.

Auf dem Godley Reservoir in Hyde im Kreis Manchester entsteht eine Anlage, die sich aus 12.000 einzelnen Solarpanels zusammensetzt. Damit bedeckt das Riesenprojekt 45.000 der insgesamt 60.000 Quadratmeter Wasseroberfläche des Reservoirs.

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Fertigstellung zu WeihnachtenNachdem die Projektleiter von United Utilities vor zwei Wochen den Bau einleiteten, hoffen sie, etwa zu Weihnachten diesen Jahres die volle Funktionsfähigkeit der Anlage hergestellt zu haben. Dann sollen die mehr als zehntausend Einzelpanels zusammen bis zu 2,7 Gigawattstunden Strom erzeugen, den die Aufbereitungsanlage vor Ort nutzt. Das entspricht etwa 33 Prozent des gesamten Stromverbrauchs.

„Wir haben das Ziel, bis 2020 35 Prozent unseres Energiebedarfs selber zu generieren“, sagt Chris Stubbs, Leiter für erneuerbare Energien beim größten Wasserversorger des Vereinigten Königreichs. „Das Projekt wird einen maßgeblichen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels leisten.“

Während das Projekt in England und Europa das erste größere seiner Art ist, sind schwimmende Photovoltaikanlagen weltweit keine Neuheit. Insbesondere in Japan gibt es bereits viele Projekte, die die Technologie nutzen.

Japan: Vielzahl von schwimmenden SolaranlagenSo hat der Kyocera-Konzern eine Vielzahl ähnlicher Projekte angekündigt und ungesetzt. Bevor man im Mai drei verschiedene Anlagen mit einer Gesamtleistung von 5,2 Megawatt in der Hyogo-Präfektur fertigstellte, wurden im November 2014 zwei weitere schwimmende Solarparks angekündigt, die ebenfalls auf Wasserreservoirs entstehen und zusammen mehr als 20 Megawatt Energieleistung bringen sollen.

Aber auch in anderen Ländern gibt es immer mehr Bauvorhaben in die gleiche Richtung: In Australien baut das Unternehmen Infratech Industries für 9,5 Millionen US-Dollar eine Anlage, die vier Megawatt Strom liefern soll. Und während in Indien Pläne für ein schwimmendes 50 Megawatt Projekt existieren, hat man in Brasilien gleich ein Pilotprojekt angekündigt, das ganze 350 Megawatt leisten soll.

Photovoltaik, Wasserkraft und Verdunstungsenergie auf einmal?Alle Projekte entstehen auf Wasserreservoirs wie dem in Hyde. Das macht Sinn, handelt es sich dabei doch um bisher ungenutzte Flächen. Ebenfalls werden sich die wenigsten Bürger über eine Verschandelung der heimischen Landschaft beschweren – ein Kritikpunkt, der bei Windparks und anderen Anlagen für Erneuerbare leider häufig angebracht wird.

Zusätzlich, so behaupten die Bauherren, kann der Wasserverlust aufgrund von Verdunstung eingedämmt werden, wenn die Oberfläche der Wasserkörper bedeckt sei. Dazu kommt die gesteigerte Verfügbarkeit von grüner Energie, die damit ein weiteres Stück Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nimmt. Und schließlich profitiert auch der Kunde: „Installationen wie das Godley Solar Projekt werden uns helfen, sowohl die Energiekosten als auch die Rechnungen unserer Wasserkunden niedrig zu halten“, so Stubbs.

Interessant wäre jetzt noch ein Pilotprojekt, das auf großen Wasserkörpern, wie den Reservoirs von Wasserkraftwerken, eine Energiegewinnungs-Kombination aus Sonnenlicht von oben und Verdunstung von unten erprobt. Auch wenn das insbesondere wegen der noch nicht sehr weit entwickelten Stromerzeugung aus Verdunstung noch eine ganze Weile dauern dürfte – viel effizienter könnte man die Fläche wohl kaum nutzen.

Hier gibt es einen kleinen Einblick in die Arbeiten am Godley Reservoir:

https://www.youtube.com/watch?v=rPsCPVWV5EM

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