Energie: Fünf Dinge, die Sie über das Ende des fossilen Zeitalters wissen müssen

Energie: Fünf Dinge, die Sie über das Ende des fossilen Zeitalters wissen müssen

von Matthias Streit

Düstere Prognose: Laut einer US-Studie wächst der weltweite Energiehunger massiv - mit dramatischen Folgen.

Auch in 30 Jahren werden grüne Technologien die fossilen Brennstoffe nicht ablösen können. Weltweit beherrschen diese den Markt auch im Jahr 2040 mit einem Anteil von 80 Prozent. Das jedenfalls prognostiziert  die US Energy Information Administration (EIA) - das  Statistikamt des US-Energieministeriums - in ihrem jüngsten Weltenergiebericht "International Energy Outlook 2013".

Allerdings wachsen erneuerbare Energien neben der Atomkraft bis 2040 am stärksten: Beim weltweiten Verbrauch legen beide Energieträger jährlich um 2,5 Prozent zu. Besonders stark wächst der Verbrauch an grünem Strom und Treibstoffen in den Industriestaaten der OECD - dort steigt er bis 2040 um 64 Prozent.

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Wie sieht der Energiemix der Zukunft aus? Die fünf wichtigsten Ergebnisse der Studie hat WiWo Green für sie zusammengefasst.

1. Energiekonsum steigt um 56 ProzentWeltweit wird der Energiekonsum weiter stark steigen. Die EIA rechnet mit einem Verbrauchszuwachs von 56 Prozent. Für den größten Anteil dieser Entwicklung zeichnen vor allem Entwicklungsländer außerhalb der OECD verantwortlich. Ihr Verbrauch wird sich um mehr als 90 Prozent erhöhen, der in den Industriestaaten um 17 Prozent.

Den Grund dafür sieht die EIA im wirtschaftlichen Aufschwung von Schwellen- und Entwicklungsländern. "Vor allem der wachsende Wohlstand in China und Indien ist einer der Hauptfaktoren für den zukünftigen Energiebedarf", sagt der Leiter der EIA, Adam Sieminski, in einer Pressemitteilung.

2. Deutlich mehr CO2-EmissionenNahezu parallel dazu wird sich der Ausstoß an Kohlendioxid enorm erhöhen - von 36 Milliarden Tonnen im Jahr 2010 auf reichlich 46 Milliarden Tonnen im Jahr 2040. Der größte Verschmutzer sind der Studie zufolge die Kohlekraftwerke: Sie sind für mehr als zwei Drittel der zusätzlichen Emissionen verantwortlich.

Einen Lichtblick gibt es in diesen trüben Aussichten dennoch: Weil in den nächsten 30 Jahren immer sauberere Technologien entwickelt werden, wird auch der Energieverbrauch im Verhältnis der produzierten Güter immer effizienter.

3. Stromverbrauch verdoppelt sichMit dem höheren Energiebedarf steigt natürlich auch die Stromproduktion. Ganze 93 Prozent mehr Elektrizität werden 2040 auf der Welt benötigt - insgesamt werden dann 39 Billionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugt. Besonders Strom aus Kohle und Gas soll die erhöhte Nachfrage decken: Beide Energieträger erzeugen dann mehr als die Hälfte des Stroms. Dennoch verliert die Kohlekraft der Studie zufolge ab 2025 langsam an Bedeutung.

4. Grüner Strom auf dem VormarschAm deutlichsten werden sich bei der Elektrizitätserzeugung aber die erneuerbaren Energien durchsetzen. Von allen Ressourcen erwarten die Statistiker mit einer jährlichen Wachstumsrate von 2,8 Prozent hier den größten Anstieg. Vor allem der Wind- und der Wasserkraft sprechen die Experten das größte Potenzial zu: 80 Prozent des grünen Stroms soll aus diesen beiden Ressourcen kommen.

Der Großteil des Wachstums wird vor allem in Nicht-OECD Ländern erwartet. Das Beispiel Saudi-Arabiens zeigt, dass selbst Öl-Produzenten allmählich Alternativen zu fossilen Brennstoffen suchen. Der Anstieg von Grünstrom bedingt aber auch, dass leistungsstarke Stromspeicher entwickelt werden.

5. Nuklearenergie weiter gefragtLaut der Studie wird auch die Atomkraft deutlich an Bedeutung gewinnen. Bis 2040 wird deren Anteil am Energieverbrauch jährlich um 2,5 Prozent steigen. Allerdings räumt die EIA Unsicherheiten bei dieser Prognose ein. Ereignisse wie der Reaktorunfall in Fukushima und politische Beschlüsse wie der Atomausstieg Deutschlands und der Schweiz seien für die Zukunft nicht vorhersehbar.

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