Energie: Japaner fördern erstmals Eis-Gas im Meer

Energie: Japaner fördern erstmals Eis-Gas im Meer

von Benjamin Reuter

Gefrorenes Methan könnte den Energiebedarf der Welt über Jahrzehnte decken. In Japan gelingt nun erstmals die Förderung auf dem Meer.

Nach der Abschaltung seiner Atomkraftwerke in Folge des GAUs in Fukushima ist Japan mehr denn je auf Importe von fossilen Rohstoffen wie Gas angewiesen. Deshalb suchen Forscher und Energiekonzerne in dem Land fieberhaft nach Wegen, die Energieversorgung aus eigenen Quellen zu decken. Das könnte künftig tatsächlich möglich sein.

Denn dem japanischen Energieunternehmen Japan Oil, Gas and Metals National Corp (JOGMEC) ist es laut eigenen Angaben jetzt erstmals gelungen, vor der Küste gefrorenes Methan – dem Hauptbestandteil von Erdgas – zu fördern. Bei dem sogenannten Methanhydrat handelt es sich um Gas, das unter hohem Druck und bei niedrigen Temperaturen zu Eis wird. Deshalb wird es auch als „brennendes Eis“ bezeichnet.

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Forscher nehmen an, dass die vorhandenen Gasreserven, die im Eis eingeschlossen sind, mehr Energie enthalten als alle konventionellen Quellen von Öl, Kohle und Erdgas zusammen. In Japan könnten die jetzt angezapften Vorkommen den Erdgasbedarf für mehr als zehn Jahre decken. Die gesamten Ablagerungen vor der japanischen Küste sollen genug Gas enthalten, um dem Bedarf für die nächsten 100 Jahre nachzukommen.

Das brennende Eis entsteht vor allem in den Tiefen der Ozeane. Riesige Vorkommen sind vor den Küsten der USA und in Kanada nachgewiesen. Aber auch in den Permafrostböden Russlands stecken große Mengen Methan.

JOGMEC hat jetzt erstmals versucht, das Gas zu fördern, indem es das Eisfeld anbohrte, den Druck reduzierte und so Eis und Methan trennte. Das Gas wird dann über eine Leitung an die Oberfläche auf ein Schiff gebracht. Schon 2002 hatte es das Unternehmen erfolgreich geschafft, das Eis an Land mit warmem Wasser zu schmelzen und so das Gas freizusetzen.

Die Drucktechnik wird aber als wirtschaftlicher angesehen und soll schon ab 2016 kommerziell eingesetzt werden. Sie wurde auch in Kanada schon in Permafrostböden getestet, bisher aber nie auf hoher See. Auch im russischen Krasnojarsk wird Methan aus Eis gewonnen. Es ist die bisher einzige kommerzielle Anlage der Welt.

Mit dem Eisgas sind potenziell aber auch große Umweltrisiken verbunden, weil bisher nicht sicher ist, wie viel Methan beim Abbau in die Atmosphäre entweichen könnte. Methan ist ein stärkeres Klimagas als Kohlendioxid.

Hier wird Methanhydrat näher vorgestellt:



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